2 September 2004

Verbund hilft beim Biogasanlagen-Bau

L P D – Bei der Erstellung von Biogasanlagen können Bauern künftig kompetenten Beistand in Anspruch nehmen. Die Biokraft Central GmbH als Tochtergesellschaft des Landvolks Niedersachsen und der niedersächsischen Maschinenringe sowie die Niedersächsische Landgesellschaft (NLG) wollen ihr Know-how bündeln und im Bioenergieverbund Niedersachsen gemeinsam eine herstellerunabhängige Beratung und Anlagenkonzeption bieten. Die NLG wird in diesem Verbund die bautechnischen und die Biokraft Central die prozesstechnischen Leistungen übernehmen. Ziel ist es, möglichst vielen Landwirten den Schritt in die Energieerzeugung zu ermöglichen.

Nach der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) ist die Nachfrage nach Biogasanlagen stark angestiegen; dies hat einen deutlichen Preisanstieg zur Folge. Dem will der neue Bioenergieverbund nun gegensteuern. Durch die Ausschreibung kompletter Anlagen oder auch einzelner Komponenten, die unabhängig von einzelnen Herstellern bei den baulichen Bereichen überregional und bei der Technik bundesweit erfolgen soll, können bauwillige Landwirte nicht nur den Zwischenhandel ausschalten, sondern den jeweils günstigsten Anbieter finden. Der Bioenergieverbund erwartet dadurch Kostenreduzierungen von bis zu zehn Prozent der Bausumme.

Bei einer Investition von ungefähr 3.000 Euro je Kilowatt (kW) Leistung und einer Anlagengröße von 500 kW ist damit das Einsparpotenzial erheblich. Diese Potenzial kann in vollem Umfang ausgeschöpft werden, weil der Bioenergieverbund an keinen einzelnen Hersteller gebunden ist und deshalb die preisgünstigsten Einzelkomponenten zusammen stellen kann.

Die Ermittlung der Wirtschaftlichkeit einer geplanten Biogasanlage wird in einem ersten Beratungsgespräch des Landwirts mit der Biokraft Central vorgenommen. Falls es dann zur konkreten Bauabsicht kommt, wickelt die NLG alle bautechnischen Leistungen von der Baugenehmigung bis hin zur Bauausführung ab, während die Biokraft Central die technische Anlagenkonzeption erstellt und die Betreiber schult. Dafür wird vorab ein Festpreishonorar auf der Grundlage der Investitionssumme vereinbart.

Zum nächsten Ansprechpartner für den Bioenergieverbund haben interessierte Bauern nur kurze Wege. Die NLG ist als Siedlungsgesellschaft bereits flächendeckend in Niedersachsen vertreten, und auch die Maschinenringe und der Landvolkverband haben ein dichtes Netz von Geschäftsstellen, über die der Kontakt hergestellt werden kann. Der Bioenergieverbund erwartet eine erhebliche Zunahme von Biogasanlagen in Niedersachsen; es könnten nach ersten Schätzungen in den nächsten Jahren bis zu 1.000 Anlagen neu gebaut werden. Nach der Entkoppelung der EU-Prämien von der Produktion haben die Bauern mehr Freiraum, um die Chancen der erneuerbaren Energien zu nutzen, zumal das EEG Biogasanlagen auf der Basis nachwachsender Rohstoffe besonders fördert. So könnten beispielsweise zwei bis drei Landwirte eine 500-kW-Anlage gemeinsam betreiben und dafür ungefähr 200 Hektar Silomais anbauen.

Source: Landvolk Niedersachsen - Landesbauernverband e.V. vom 2004-09-02.

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