2 Mai 2005

Verbraucher- und Landwirtschaftsministerium setzt auf Bioethanol

Kongress in Bonn zeigt Chancen des Biokraftstoffs auf

Neue Konversionstechniken machen Ethanol auf Pflanzenbasis zu einem ökologisch interessanten Alternativkraftstoff. Das wurde am 2. Mai beim Bioethanolkongress im Rheinischen Landesmuseum Bonn deutlich. Staatssekretär Matthias Berninger vom Bundesverbraucherschutzministerium (BMVEL) begründete das Engagement für diesen Biokraftstoff und stellte laufende Aktivitäten vor.

Wer eine nachhaltige Energieversorgung anstrebt, kommt an Biokraftstoffen nicht vorbei. In Deutschland liegt der Schwerpunkt dabei bisher vor allem beim Biodiesel. Mit der derzeit in Deutschland beginnenden Produktion von Bioethanol als Kraftstoff verbreitert sich die Palette der Biokraftstoffe am Markt. In Ländern wie z.B. Brasilien, Schweden und den USA wird Ethanol als Kraftstoff bereits seit Längerem eingesetzt.

Sollen 2010 – wie von der EU vorgegeben – 5,75 Prozent der Kraftstoffe aus Biomasse kommen, müssen alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden. Erste Ergebnisse der laufenden Forschungsvorhaben wurden am 2. Mai im Rheinischen Landesmuseum ebenso diskutiert wie internationale Erfahrungen und die Position der deutschen Wirtschaft.

Wichtigste Botschaft der Veranstaltung: Wählt man den richtigen Rohstoff, das richtige Verfahren und nutzt auch die Nebenprodukte, ist Ethanol ein ökologisch und ökonomisch sinnvoller Kraftstoff. Das ergab die Studie, die Dr. Norbert Schmitz von meo-consulting erarbeitet hat und anlässlich des Kongresses präsentierte. Um die Chancen der verschiedenen Einsatzmöglichkeiten von Bioethanol als Kraftstoff auszuloten, ist allerdings teilweise noch Forschung und Entwicklung nötig.

Während die 5-prozentige Beimischung des Ethanols und auch die Beimischung als Ethyl-t-Butylether (ETBE) zu Ottokraftstoff bekannt ist, gilt die Beimischung von Ethanol zu Dieselkraftstoff bisher noch als wenig erprobt. Internationale Untersuchungen deuten darauf hin, dass auch Dieselmotoren weniger CO2 und Rußpartikel verursachen, wenn man dem Kraftstoff bestimmte Anteile Ethanol beifügt. Mit Unterstützung des BMVEL widmet sich die Universität Magdeburg zurzeit diesem Thema.

Wo der Stand der Technik gegeben ist, müssen Demonstrationsvorhaben die praktische Machbarkeit beweisen. Auch dafür machte sich Berninger in der Eröffnungsansprache stark. Er wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass das BMVEL derzeit mit Automobilherstellern, Flotten- und Tankstellenbetreibern sowie mit Kraftstofflieferanten über die Durchführung eines Flottenversuchs mit Flexible Fuel Fahrzeugen (FFV) spreche. FFV seien in der Lage, mit Ottokraftstoff und Ethanol in Mischungen bis zu 85 Prozent Ethanol zu fahren. Wichtig sei zu zeigen, welches Potenzial diese innovative Technologie, die von deutschen Unternehmen entwickelt und mit Erfolg in Brasilien, USA und Schweden eingesetzt werde, in Deutschland habe.

Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)
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e-Mail: info@fnr.de

(Vgl. Meldungen vom 2005-03-31 und 2005-03-21.)

Source: "FNR-Pressemeldung Nr. 415 vom 2005-05-02.

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