26 August 2002

Verbesserung der Möglichkeiten zur Bastfasercharakterisierung im Bereich der Faserlängen- und Feinheitsprüfung

In einem seit geraumer Zeit aufstrebenden Markt für Bastfaserprodukte aus Flachs und Hanf sind sichere Angaben zur Rohstoffgüte unerlässlich. Traditionelle Prüfverfahren stehen nicht zur Verfügung und bekannte, aus der textilen Prüftechnik adaptierte Messverfahren arbeiten nur sicher in den von Naturfaserstandards wie Wolle, Baumwolle und feinem Langfaserflachs abgedeckten Größenbereichen.

Dies betrifft die Feinheitsmessung, während automatisierte Längenprüfungen bisher nur bis zu einer Länge von 250 mm mit dem Almeter durchzuführen sind. Bisher nicht geklärt war die Qualitätskontrolle grober und langer Bastfaserbündel. Innerhalb eines von der AiF geförderten Forschungsvorhabens wurden daher neue Prüfverfahren mit unabhängigen Kalibrierroutinen entwickelt und vorgestellt:

1. Ein Verfahren, dass es ermöglicht, lange Bastfaserbündel aufzuteilen und Teilmengen im Almeterlängenprüfgerät zu analysieren. Durch einen Bezug der Teilmassen auf die normierten Summenhäufigkeitskurven wird eine Zusammenstellung der Einzelergebnisse und die Berechnung der mittleren Gesamtlänge ermöglicht.

2. Ein Bildanalysesystem, dass auf preiswerter Scannertechnik basiert und einen minimalen Präparationsaufwand erfordert. Weitere Vorteile sind der minimale Beobachter- und Geräteeinfluss.

3. Ein Prototyp für die kombinierte Längen- und Feinheitsprüfung an einzelnen Bastfaserbündeln wurde entwickelt und aufgebaut. Die zu prüfenden Fasern werden mit konstanter Geschwindigkeit einem optischen Sensor zugeführt. Hiermit wird es ermöglicht, die Breiten und die Längen von einzelnen Bastfaserbündeln zu ermitteln.

Mit den vorgestellten Verfahren wird eine Lücke in der Qualitätskontrolle von Bastfasern geschlossen. Einige der Verfahren ließen sich in absehbarer Zeit umsetzen. Die bisher gemachten Vorschläge für Prüfverfahren sowie deren Harmonisierung sollten künftig in die konkrete Normungsarbeit einfließen, so dass für die KmU verlässliche und abgesicherte Prüfverfahren zur Verfügung stehen.

Gedankt wird dem Forschungskuratorium Textil e.V. für die finanzielle Förderung des Forschungsvorhabens (AiF-Nr. 12868 N), die aus Haushaltsmitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) über die „Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen Otto-von-Guericke“ e.V. (AiF) erfolgte.

Source: Forschungsberichte aus dem Faserinstitut Bremen, Band 36 - 08/2002.

Share on Twitter+1Share on FacebookShare on XingShare on LinkedInShare via email