29 Mai 2009

VDI-Preis für Luftfiltersystem aus Biopolyamid

Unternehmenskooperation entwickelte Serien-Bauteile auf Rhizinusbasis

Die VDI-Gesellschaft Werkstofftechnik hat den Preis für innovative Werkstoffanwendung an ein Forscherteam aus Unternehmensvertretern der Daimler AG, BASF SE, MANN+HUMMEL GmbH und der Robert Bosch GmbH vergeben. Den Entwicklern ist es erstmalig gelungen, ein serientaugliches Luftfiltersystem aus Biopolyamid auf Basis der Rizinuspflanze herzustellen. Außerdem entwickelten die Unternehmensvertreter gemeinsam weitere serientaugliche Bauteile aus Biopolyamid.

“Ich freue mich besonders, den Preis an eine Forschergruppe zu übergeben, die über die Unternehmensgrenzen hinweg beispielhaft zusammen gearbeitet hat”, lobte Prof. Heinz Voggenreiter, Vorsitzender der VDI-Gesellschaft Werkstofftechnik. “Hier wurden Produktanforderungen mit der Entwicklung maßgeschneiderter Werkstoffkombinationen und der erforderlichen Herstelltechnologie umgesetzt.”

Die vier beteiligten Unternehmen bilden die gesamte Wertschöpfungskette vom Rohstoff bis hin zum marktreifen Produkt ab. Im Rahmen der Kooperation, die durch ein BMBF Förderprojekt unterstützt wird, ist es erstmals gelungen, Biokunststoffe für anspruchsvolle Motoranwendungen zu qualifizieren und deren technische Vorteile voll zu nutzen. Diese Entwicklung ist der zukunftsweisende Einstieg für den Einsatz von Biopolymeren im Motorraum und Peripherie mit Potential für eine zukünftige Anwendung im Automobilbereich.

Um die endlichen Ressourcen fossiler Stoffe zu schonen, werden in Zukunft im Automobilbau vermehrt Werkstoffe auf Basis biotechnologischer Verfahren zum Einsatz kommen. Die Biopolymer-Bauteile bieten angesichts der steigenden Ölpreise großes Potential für einen kostenneutralen Einsatz mit technischen und ökologischen Vorteilen. Die Vorteile liegen auf der Hand: ein signifikant geringeres Gewicht, eine deutlich reduzierte Wasseraufnahme des Materials und eine vorteilhafte Ökobilanz. Künftig werden demnach vermehrt Polymere hochbeanspruchte Kunststoffbauteile ersetzen, die bislang aus fossilen Rohstoffen hergestellt wurden. So wurden zum Beispiel für den neuen Mercedes-Benz V8-Motor erstmalig die Luftfilter aus Biopolyamiden entwickelt.

Geehrt wurden von der Daimler AG Dr. Ralph Greiner und Michael Schliep, von BASF SE Dr. Matthias Scheibitz und MSc Motonori Yamamoto, von der MANN+HUMMEL GmbH Dr. Holger Findeisen und Andreas Kloz sowie von der Robert Bosch GmbH Dr.-Ing. Carsten Weiss und Stefan Apelt.

Weitere Informationen
Ein ausführlicher Bericht über die Entwicklung erscheint in der Zeitschrift Konstruktion (Heft 6/2009, ab 2009-06-05).

Source: www.bioplastics24.com, 2009-05-01.

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