17 Juli 2007

VDB: Deutscher Biodiesel überwiegend als Reinkraftstoff

Biokraftstoffindustrie fordert flexible Steuersätze

Unter dem Titel “Nachhaltige Mobilität sichern” hat der Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB) seinen Jahresbericht 2006/2007 veröffentlicht. Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion zum Klimaschutz verweist der VDB darin mit Nachdruck auf die Bedeutung alternativer Kraftstoffe.

“Bereits heute können auf Basis der in Deutschland verfügbaren Biodieselkapazitäten jährlich über zehn Millionen Tonnen CO2 eingespart werden”, so Petra Sprick, Geschäftsführerin des VDB. Kritik äußert der Verband an den politischen Rahmenbedingungen. Zwar begrüßt der VDB die seit 2007 geltenden Biokraftstoffquoten. Jedoch können in der Beimischung zu herkömmlichem Diesel nur 1,5 Millionen Tonnen Biodiesel abgesetzt werden, während die Kapazitäten in Deutschland 4,4 Millionen Tonnen betragen. 60 Prozent des Biodiesels wurden in Deutschland im Jahr 2006 als Reinkraftstoff für Nutzfahrzeuge vertrieben, so Sprick. Doch diesem Absatzmotor bereiten die derzeit geltenden starren Steuerstufen erhebliche Probleme.

VDB unterstützt Einführung eines Zertifizierungssystems
Sprick verweist auf das erste Quartal 2007, als die Biodieselindustrie Absatzeinbußen von 30 bis 40 Prozent verkraften musste: “Bei fallenden Rohölpreisen kann Biodiesel nicht mehr mit dem erforderlichen Preisabstand von mindestens zehn Cent pro Liter vertrieben werden und verliert seine Wettbewerbsfähigkeit.” Auch wenn die Rohölpreise derzeit steigen sei der Konstruktionsfehler in der Biokraftstoffgesetzgebung eine ständige Bedrohung. Der VDB fordert daher einen Kurswechsel der Politik hin zu flexiblen Steuersätzen. Der Verband betont, dass die Rohstoffe zur Herstellung von Biokraftstoffen nachhaltig angebaut werden müssen. Zudem sei eine positive CO2-Bilanz in der gesamten Wertschöpfungskette sicherzustellen. Vor diesem Hintergrund unterstützt der VDB die Einführung eines Zertifizierungssystems.

Dem Vorwurf, dass eine steigende Biokraftstoffnachfrage die Nahrungsmittelproduktion beeinträchtigt, tritt der VDB entgegen. Nach Berechnungen der Welternährungsorganisation FAO kann auf den bestehenden Ackerflächen die Agrarproduktion mit nachhaltigen Methoden verdoppelt werden. Das Potenzial zahlreicher Brachflächen wurde dabei noch nicht berücksichtigt.

Den Jahresbericht 2006 des VDB können Sie hier (PDF-Dokument) herunterladen, die Pressemeldung als PDF-Dokument steht hier zur Verfügung.

Kontakt:
Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie e.V.
Dr. Karin Retzlaff, stellv. Geschäftsführerin
Am Weidendamm 1a
10117 Berlin
Tel.: 030-72 62 59-10
Fax: 030-72 62 59-19
E-Mail: retzla[email protected]

(Vgl. Meldungen vom 2007-07-16, 2007-07-10 und 2007-07-09.)

Source: Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB), Pressemitteilung, 2007-07-12.

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