24 Februar 2006

VCD zur CO2-Strategie der deutschen Automobilindustrie: “VDA stiehlt sich aus der Verantwortung”

Kraftstoffstrategie der Deutschen Autoindustrie nicht überzeugend

Der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) kritisiert die Strategie der deutschen Autoindustrie zur Senkung des Kohlendioxid-Ausstoßes bei Pkw als mangelhaft.

Zwar sei der Ansatz richtig, durch die verstärkte Nutzung von alternativen Kraftstoffen und Antrieben CO2 einzusparen. Er ersetze aber keinesfalls eine ehrgeizige und wirksame Erhöhung der Energieeffizienz bei den einzelnen Fahrzeugen.

Hier habe der Verband der deutschen Automobilindustrie (VDA) bei der heutigen Präsentation seiner Zukunftsstrategie alle erforderlichen Zusagen vermissen lassen.

Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: “Die europäischen Autohersteller haben sich verpflichtet, den CO2-Ausstoß von Neufahrzeugen bis 2008 auf durchschnittlich 140 Gramm pro Kilometer zu senken, was 5,9 Litern Benzinverbrauch auf 100 Kilometern entspricht.

Dieses Ziel verfehlen sie grandios. Dafür sind insbesondere die deutschen Hersteller verantwortlich. Um von dieser skandalösen Schlappe abzulenken, startet ihr Dachverband jetzt ein Ausweichmanöver und will mit Hilfe alternativer Kraftstoffe die Energiebilanz schönrechnen. So stiehlt sich der VDA aus der Verantwortung.”

Der durchschnittliche CO2-Ausstoß der in Deutschland zugelassenen Neufahrzeuge aus deutscher Produktion sei mit etwa 175 Gramm pro Kilometer im Jahr 2005 viel zu hoch.

Aus Sicht des VCD ist die entscheidende Voraussetzung für eine klimaverträgliche Entwicklung des motorisierten Verkehrs, den Verbrauch am einzelnen Fahrzeug erheblich zu senken. Dies könne nur gelingen, wenn die Autoindustrie den jahrelangen Trend zu immer schwereren und immer höher motorisierten Fahrzeugen endlich stoppe.

“Letztlich sind auch nachwachsende Rohstoffe nur begrenzt verfügbar, denn ihre Anbaufläche ist endlich. Deshalb ist es nicht entscheidend, wie genau der Treibstoffmix in den nächsten Jahrzehnten aussieht. Entscheidend für das Klima und ebenso für vertretbare Kosten unserer Mobilität ist vielmehr ein sparsamer Umgang mit jeder Form von Energie”, erklärt Lottsiepen.

Der Nutzung der Atomenergie zur Erzeugung von Wasserstoff für den Antrieb von Autos, wie sie Vertreter des VDA in Erwägung ziehen, erteilt der VCD eine klare Absage. Lottsiepen: “Die Menschen in Deutschland wollen den Ausstieg aus der gefährlichen Atomkraft. Es ist unverantwortlich auf Atomkraft zu setzen und deren unbestreitbare Risiken in Kauf nehmen zu wollen, nur damit weiter riesige Geländewagen durch die Städte fahren können.”

Rückfragen:
Daniel Kluge, VCD-Pressesprecher
Tel.: (030) 28 03 51 – 12
Fax: (030) 28 03 51 – 10
E-Mail: presse@vcd.org

(Vgl. Meldung vom 2006-02-17.)

Source: Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD)=329&cHash=ca1a8f5444] vom 2006-02-17.

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