15 März 2009

Vattenfall: Mehr Biomasse statt Kohle für Berlin

Regionale Rohstoffbeschaffung möglich?

Vattenfall hat am 12. März sein Energiekonzept für Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt. Mit diesem Konzept bietet Vattenfall dem Berliner Senat eine Klimavereinbarung an. Vattenfall setzt bei seinen Planungen für den Ersatz der beiden Heizkraftwerke (HKW) Klingenberg (Braunkohle) und Lichterfelde (Erdgas) auf Erdgas und Biomasse als Brennstoff. Am Standort des Heizkraftwerks Klingenberg in der Rummelsburger Bucht werden zwei Biomassekraftwerke entstehen. Außerdem sind ein oder zwei Gas- und Dampf-Turbinen-Anlagen geplant.

Vattenfall unterstützt damit die Berliner Landesregierung in ihrem Bemühen, den CO2-Ausstoß in der Stadt um mehr als 40 Prozent bis 2020 zu senken. Vattenfall kündigte an, dieses Ziel zu übertreffen und die eigenen absoluten CO2-Emissionen im Vergleich zu 1990 um mehr als 50 Prozent zu senken. Das bedeutet bis 2020 gegenüber dem Durchschnitt der letzten drei Jahre eine zusätzliche Reduktion von rund einer Million Tonnen CO2 pro Jahr.

An allen Standorten wird auch zukünftig nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsprinzip Strom und Wärme gleichzeitig erzeugt. Vattenfall setzt in seinem Konzept ausdrücklich auch auf dezentrale Lösungen, Energieeffizienz und Innovation wie Smart Metering – intelligente Stromzähler – und e-Mobilität. Insgesamt wird Vattenfall mit der vorgelegten Kraftwerksplanung in den nächsten Jahren über eine Milliarde Euro am Standort Berlin investieren.

Vattenfall will das Holz für das neue Kraftwerk in einem Radius von 200 bis 300 Kilometern gewinnen – das könnte jedoch sehr schwierig werden, wie Thilo Noack, der Vermarkter im Landesbetrieb Forst Brandenburg, der Berliner Morgenpost mitteilte.

Ein Drittel Brandenburgs ist mit Wald bedeckt, das Land zählt zu den waldreichsten Bundesländern. Nach Noacks Aussage ist aber kein Holz für weitere große Abnehmer übrig. “Wir arbeiten hart an der Grenze der Nachhaltigkeit”, sagte er. Brandenburg gebe der Verarbeitung von Holz Vorrang vor der Verfeuerung. Zu den großen Abnehmern im Land zählen Sägewerke und teils international operierende Faserplatten- und Laminatfußbodenhersteller. “Gerade in den Boomjahren 2007 und 2008 haben wir vielen Holzkunden sagen müssen: Wir sind ausverkauft.” Der Holzpreis habe sich in den vergangenen Jahren etwa verfünffacht. Forstchef Noack sieht in Brandenburg nur die Möglichkeit, schnell wachsende Plantagen anzulegen, etwa mit Weiden, Pappeln oder Rubinen. Zudem könnte der Konzern Reste aus dem Schnitt von Baumkronen verfeuern. “Aber auch da dürfte nicht genug herausspringen”, so Noack.

Weitere Informationen
Präsentation zum Energiekonzept (PDF-Dokukment)

Source: Vattenfall, 2009-03-12 und Berliner Morgenpost, 2009-03-15.

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