22 Februar 2000

USA/Kanada: Consolidated Growers & Processors (CGP) stehen vor Konkurs

Die US-amerikanische Hanffirma CGP die operativ in erster Linie in Kanada aktiv ist, steht vor dem Aus. Das Management hat Gläubigerschutz nach USC Chapter 7 beantragt. Dies gab Charles Shumash, der Anwalt von CGP in Los Angeles bekannt. Damit bestätigten sich die Befürchtungen zahlreicher kanadischer Farmer, die CGP für den Hanfanbau unter Vertrag genommen hatte. Diese äußerten bereits am 22.02.00 vor der Presse, dass Zahlungen von CGP seit Wochen überfällig waren. Das kanadische Büro der Firma war seit längerem telefonisch nicht mehr erreichbar. Nach Angaben von Repräsentanten der kanadischen Landwirtschaft schuldet CGP seinen Vertragsbauern insgesamt ca. 1,5 Mio Can. $ (ca. 1,07 Mio. Euro).

Die Ursachen für den Bankrott sehen die Offiziellen von Consolidated Growers & Proscessors freilich ausschließlich in “Umständen, die ausserhalb der Kontrolle der Firma liegen”. Aufgrund des undurchsichtigen Finanzgebarens der ausserbörslich gelisteten Gesellschaft, war es zu Untersuchungen seitens staatlicher Stellen in der kanadischen Provinz Manitoba gekommen. Diese Untersuchungen machten es der Firma nach eigenen Einschätzung fast unmöglich, frisches Geld am Kapitalmarkt zu bekommen. Hinzu kamen hohe Forderungen seitens der Steuerbehörden. Da CGP nach einen Angaben die Mehrheit an der Badische Naturfaseraufbereitung (BaFa) in Malsch hält, dürfte die weitere Entwicklung auch für die deutsche Hanfwirtschaft von Interesse sein.

Aufgrund mangelnder Transparenz und Auskunftsbereitschaft seitens CGP hatte der Wiener Börsenbrief Öko-Invest die Aktien von CGP bereits vor mehr als einem Jahr auf seine Graugrüne Liste gesetzt und vor einem Engagement gewarnt (siehe auch Meldungen vom 08.09.99 und 09.08.99).

Autor: Klaus-Martin Meyer (nova)
Endredaktion: Michael Karus (nova)
Quellen: Reuters vom 22.02.00 und 01.03.00, RPNewswire (Los Angeles) vom 28.02.00.

Source: Reuters vom 22.02.00 und 01.03.00, RPNewswire (Los Angeles) vom 28.02.00.

Share on Twitter+1Share on FacebookShare on XingShare on LinkedInShare via email