6 November 2009

USA: RWE plant Einkaufstour bei regionalen Biostromerzeugern

Energiekonzern will Strom aus Holzabfällen erzeugen

Die Biomasse sei bislang ein völlig unterschätzter Schatz der Amerikaner, sagte Fritz Vahrenholt, Chef der RWE-Ökostromsparte Innogy, im Gespräch mit der FTD. Den Einstieg auf den US-Markt will RWE über die Akquisition regionaler Unternehmen schaffen.

Strom aus Biomasse ist für Kraftwerksbetreiber wertvoll, weil er erzeugt werden kann, wenn die Nachfrage und damit die Preise hoch sind – anders als bei Wind- und Solarkraftwerken.

Im Kraftwerkspark von Innogy erzeugt die RWE-Ökotochter jedoch nur 6% des Stroms mit Biomasse, neben der Stromerzeugung mit Windrädern und Wasserkraft. Insgesamt trugen erneuerbare Energien im vergangenen Jahr mit 2,4% zur Stromerzeugung des Konzerns bei, der sich hauptsächlich auf Kohle und Kernkraft stützt.

Erneuerbare wachsen rasch
Allerdings wächst die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien rascher als alle anderen Bereiche: Bis 2012 will der Konzern die Produktion gegenüber 2007 auf 15 Milliarden Kilowattstunden verdreifachen und in den folgenden 8 Jahren erneut verdoppeln. RWE investiert in die Sparte jährlich rund 1 Mrd. Euro.

Derzeit betreibt Innogy Biomassekraftwerke mit einer Leistung von 114 Megawatt. In den kommenden 4 Jahren will die RWE-Tochter sie auf 400 Megawatt hochtreiben.

“Die USA haben einen gewaltigen Überschuss an Holzresten”, so Vahrenholt. Günstiger Zugang zum Rohstoff Altholz entscheidet über die Wirtschaftlichkeit von Biomassekraftwerken. Rund 20 bis 45% der Produktionskosten entfallen auf den Brennstoff.

In den britischen Markt war RWE bereits vor einem Jahr mit dem Kauf des Projektentwicklers Helius Energy Alpha eingestiegen, der für 260 Mio. Euro ein Biomassekraftwerk mit 73 Megawatt Leistung baut. Ein ähnlich großes Projekt folgte im September 2009 mit dem Bau eines Heizkraftwerks in Schottland. Weitere Anlagen sind in Siegen und im rheinischen Goch im Bau.

Weitere Informationen
RWE prüft Einstieg in US-Biomasse-Markt
Financial Times Deutschland, 2009-11-04

Source: Financial Times Deutschland, 2009-11-04.

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