6 September 2010

US-Markt für biologisch abbaubare Kunststoffe auf Wachstumskurs

Aktuelle Freedonia-Studie prognostiziert Wachstumsraten von 16,6% - wichtigste Produkte sind PLA sowie stärkebasierte Biokunststoffe

Die Nachfrage in den USA nach biologisch abbaubaren Kunststoffen soll in den nächsten Jahren jährlich um 16,6% auf 325 Mio. lb (rund 147 Mio. kg) bis 2014 ansteigen. Das entspricht einem Marktwert von 380 Mio. USD, so die aktuelle Studie “Degradable Plastics” des US-amerikanischen Marktforschungsunternehmens Freedonia Group Inc., Cleveland.

Der Markt für biologisch abbaubarere Kunststoffe befindet sich in den USA seit Jahrzehnten an der Schwelle zum wirtschaftlichen Durchbruch. Bislang wurde eine starke Nachfrage vor allem durch den höheren Preis, die geringe Verfügbarkeit in großen Mengen sowie die fehlenden Leistungsparameter begrenzt, so dass biologisch abbaubare Kunststoffe vorrangig in Nischenanwendungen zu finden waren. Anfang 2000 begann sich die Situation im Zuge zunehmenden Verbraucherinteresses an umweltfreundlichen Produkten zu wandeln. Unterstützt wurde dieser Trend durch das Angebot führender Handelsketten, zum Beispiel des Einzelhandelskonzerns Wal-Mart. Die Herstellerindustrie reagierte zeitgleich mit steigenden Produktionskapazitäten.

Dominiert wird der Markt für biologisch abbaubare Kunststoffe derzeit durch Polylactide (PLA) und stärkebasierte Biokunststoffe. Beiden Werkstoffen prognostiziert Freedonia hohe Zuwachsraten. Die Nachfrage nach PLA soll mit 20% vergleichsweise stärker zunehmen. Dies sei auf die höhere Verfügbarkeit, den höheren Bekanntheitsgrad bei den Verarbeitern sowie auf die verbesserten Leistungsparameter zurückzuführen, mit denen sich weitere Anwendungsfelder für PLA erschließen ließen.

Stärkebasierte Biokunststoffe sollen vor allem von verbesserten Rohstofftypen, Blendings mit anderen Biopolymeren sowie von der steigenden Anzahl der Zulieferfirmen profitieren. Großes Marktpotenzial sieht Freedonia zum Beispiel bei kompostierbaren Müllsäcken für Küchen- und Gartenabfälle, bei Einweggeschirr, Containern und Flaschen sowie anderen Verpackungsmöglichkeiten.

Die guten Marktaussichten werden laut Freedonia die Entwicklung und Verbreitung neuer Werkstoffe vorantreiben. Ein Beispiel dafür sei das biologisch abbaubare Biopolymer Polyhydroxyalkanoat (PHA). Dabei handelt es sich um natürlich vorkommende wasserunlösliche und lineare Polyester, die von vielen Bakterien als Reservestoffe für Kohlenstoff und Energie gebildet werden. In der Natur werden sie durch Gärung von Zucker oder Fetten hergestellt.

2009 war die Nachfrage nach PHA noch gering, Freedonia geht jedoch davon aus, dass die Nachfrage in den nächsten zehn Jahre deutlich steigen wird und der Werkstoff in die Top Ten der am stärksten nachgefragten biologisch abbaubaren Kunststoffe aufsteigen wird.

Lesen Sie mehr dazu im aktuellen CEE Report! (PDF-Download)

Source: K-Zeitung, 2010-09-06.

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