20 Juni 2008

Untersuchungen zur Optimierung und Standardisierung von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen

Abschlussbericht des FNR-Projektes liegt vor.

Vor etwa drei Jahren hat die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) als Projektträger des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) die Förderung des Projektes “Untersuchungen zur Optimierung und Standardisierung von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen” bewilligt, zu dem aktuell der Abschlussbericht mit aufschlussreichen neuen Ergebnissen vorliegt.

Fünf Verbundpartner haben in fünf Teilprojekten Fragestellungen zur Schimmelpilzresistenz, zum Brandverhalten und dessen Optimierung sowie zur Bestimmung der Wärme- und Temperaturleitfähigkeit untersucht. Beteiligt daran waren das Fraunhofer-Institut für Bauphysik (IBP), das Institut für Holztechnologie Dresden gGmbH (ihd), die Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL), heute Johann Heinrich von Thünen-Institut (vTI), die Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig und das Wilhelm-Klauditz-Institut (WKI).

Teilvorhaben 1: “Schimmelpilzresistente und emissionsarme Bauprodukte aus nachwachsenden Rohstoffen”
Bei diesem Vorhaben ging es um die Einteilung der Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen in Schadenstoleranzklassen hinsichtlich

  • Freisetzung organischer Stoffe,
  • Freisetzung geruchsaktiver Stoffe,
  • mikrobielle Beständigkeit bei Feuchteschäden.

Es zeigte sich, dass die chemischen Emissionen der geprüften Dämmstoffe generell gering sind. Allerdings sind bei Zelluloseprodukten die Emissionen stark vom Ausgangmaterial abhängig (unbedrucktes oder bedrucktes Material). Die geruchlichen Eindrücke waren unauffällig und die mikrobiologischen Untersuchungen zeigten, dass alle geprüften Dämmstoffe hinsichtlich ihrer Eigenschaften gegenüber Schimmelpilzbewuchs über dem ILIM 0 (lowest isopleth of mold, bei optimaler Nährstoffversorgung) liegen.

Teilvorhaben 2: “Entwicklung einer Methode zur Prüfung der Schimmelpilzbeständigkeit von Dämmstoffen”,
wobei eine Labormethode als IHD-Verfahrensanweisung etabliert werden konnte, aus der sich mittelfristig eine verbindliche europäische Prüfnorm ableiten lässt.

Teilvorhaben 3a: “Untersuchungen zur Optimierung des Brandverhaltens”
von Naturdämmstoffen, die aufgrund ihrer organischen Zusammensetzung zunächst besonders gefährdet scheinen. Es wurde der Einsatz und die Wirkung von Brandschutzsalzen getestet sowie deren Auswirkungen auf die Dämmeigenschaften der Produkte untersucht.

Teilvorhaben 3b: “Brandtechnische Untersuchungen zur Optimierung der Flammschutzmittelzusammensetzung und des Brandverhaltens auf Bauteilebene”.
Noch ist der Einsatz von Naturdämmstoffen aufgrund bauaufsichtlicher Vorschriften eingeschränkt. Innerhalb des Projektes wurde eine Liste erarbeitet, die aufzeigt, wo und unter welchen Bedingungen welche Dämmstoffe eingesetzt werden können.

Teilvorhaben 4: “Schnelle Bestimmung der Wärme- und Temperaturleitfähigkeit von Werk- und Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen in Abhängigkeit von Materialfeuchtegehalt und Dichteprofil” bedeutete, ein Messverfahren zu finden, das die Qualität insbesondere im Hinblick auf thermische Eigenschaften unter bestimmten Voraussetzungen (z. B. erhöhte Feuchtigkeit) ermittelt.

Eine Übersicht zum Verbundvorhaben mit seinen Teilvorhaben finden Sie auf dem Server der Fachagentur.

Source: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR), 2008-06-19.

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