21 Juli 2003

Untersuchung über die Verunreinigung von Baumwolle 2003

Dem kürzlich von ITMF International Textile Manufacturers Federation veröffentlichten, achten “Cotton Contamination Survey 2003” zufolge sind Fremdkörper, Klebrigkeit und Saatkornteile in der Rohbaumwolle weiterhin zentrale Probleme für die Baumwollspinnerei weltweit. Die alle zwei Jahre von ITMF durchgeführte Erhebung umfasst im Jahr 2003 75 Sorten von 220 Spinnereien in 23 Ländern.

Verunreinigungen betreffen mehr als ein Viertel der Baumwollsorten:
Als schwer oder mittelmäßig verunreinigte Baumwolle wurde ein Anteil von 26% eingestuft – eine seit drei Erhebungen anhaltende Zunahme von Verunreinigungen. Acht Prozent aller 2003 untersuchten Baumwollen (2001: 6%) waren mit 16 verschiedenartigen Fremdkörpern schwer verunreinigt, weitere 18% (2001: 16%) waren mittelmäßig und 74% (2001: 78%) unwesentlich oder gar nicht verunreinigt.

Die gesamte Erhebung setzt sich aus Mittelwerten zusammen, daher wird das volle Ausmaß der Verunreinigung nur durch die Ergebnisse bei den einzelnen Fremdkörpern anschaulich. Sie reichen von 6% für Teer (keine Veränderung zu 2001) bis hin zu 50% aller verarbeiteten Baumwollen, die entweder mittelmäßig oder schwer von organischen Bestandteilen wie Blättern, Federn, Papier, Leder usw. (2001: 39%) durchsetzt sind.

Andere kritische Fremdkörper sind Schnüre/Bindfäden aus Jute/Sackleinen, Baumwolle und Kunststoffgewebe, zudem nichtorganische wie Sand oder Staub sowie Baumwolle oder Jute/Sackleinengewebe. Des Weiteren sind bedenklich – entsprechend der Häufigkeit ihres Auftretens: Kunststoffgewebe, Bindfäden und Gewebe aus Plastikfolie, Fette und Öle.

Die am kritischsten verunreinigten Sorten stammen weiterhin aus Indien, der Türkei, Zentralasien (Usbekistan und Tadschikistan – Mittelstapel). Im Gegensatz hierzu wurden Sorten aus USA, Zimbabwe und einige aus Westafrika (Senegal und Tschad) als sauber eingestuft.

Zunehmende Klebrigkeit:
In der Erhebung für das Jahr 2003 weisen 21% aller Bewertungen auf Klebrigkeit hin, d.h. auch hier im Vergleich zu 2001 (18%) eine Verschlechterung. Nachdem 1991 ein Rekordniveau von 27% erreicht worden war, ging die Klebrigkeit stetig zurück, wurde jedoch 2003 wieder vermehrt beobachtet. Sudan (Acala 80% und Barakat 56%) war 2003 am stärksten betroffen, gefolgt von Kamerun mit 59%. 41% der amerikanischen Sorten Pima und California wiesen 2003 Klebrigkeit auf. Baumwolle aus dem Südosten der USA hingegen, Senegal, Mosambik und Uganda waren frei von Klebrigkeit, und lediglich 3% der untersuchten australischen Muster waren betroffen.

Verbreitung von Saatkornteilen weiterhin rasch ansteigend:
Der Besatz mit Saatkornteilen stieg auf ein Rekordniveau von 44%, nachdem 2001 40% festgestellt worden waren. Für 17 Baumwollsorten wurde Verunreinigung mit Saatkornteilen in mehr als 50% der Muster verzeichnet. Besonders belastet war tadschikische, usbekische, türkische und indische Baumwolle. Sorten aus Texas High Plains, Zimbabwe, Senegal und Yemen hingegen waren geringfügig (unter 20% Verunreinigung) betroffen. Der “Cotton Contamination Survey 2003” mit allen Einzelheiten zu den 75 untersuchten Baumwollbeschreibungen ist auf CD-Rom veröffentlicht worden, zusammen mit den Untersuchungsergebnissen 1999 und 2001.

Die CD-Rom kann kostenlos beim ITMF Sekretariat / [email protected] angefordert werden ITMF Postfach 8039 Zürich/Schweiz Telefon (+41-1) 283 63 80, Fax (+41-1) 283 63 89.

Source: Cotton Report - Wochenbericht der Bremer Baumwollbörse vom 2003-07-18.

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