9 Juni 2002

Unsichere Biodieselqualitäten schaffen Haftungsfragen

Zwischen Autobesitzern, Herstellern und Zulieferern gilt der Streit um die Qualität des Raps-Methyl-Ester (Biodiesel) inzwischen als Dauerbrenner. Nicht nur, dass der Bio-Kraftstoff 10 bis 15 Prozent Mehrverbrauch aufweist, er verhält sich auch Kunststoffen und Dichtungen im Kraftstoffsystem gegenüber aggressiv. Wer haftet z.B. bei Motorschäden durch Minderqualitäten – denn trotz der Garantie einiger Autohersteller für die Kraftstoffbeständigkeit der umgerüsteten Maschinen bleibt die Qualitätsüberwachung des Biosprits noch eine offene Frage – der Treibstoffpumpen-Hauptlieferant Bosch lehnt eine generelle Freigabe gar ganz ab.

Die Qualitätsnorm DIN E 51 606 soll zwar per Zapfsäulenaufkleber auf die Hochwertigkeit von Biodiesel hinweisen, der Haken daran: bisher wurde der Normentwurf von der EU noch nicht genehmigt. Das bedeutet, dass theoretisch von jeder Tankstelle ebenso minderwertige Pansch-Mixturen angeboten werden könnten. ADAC-Verbrauchertipp: Nur da tanken, wo der Aufkleber auf die Norm verweist!

(Vgl. auch Meldung vom 2002-02-13.)

Source: Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom 2002-06-07 und 2002-06-09.

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