30 September 2001

“Unkraut” Wasserhyazinthen für die Ethanol- und Proteinproduktion

Horst Gerath scheint ein Genie zu sein. Unter der Bezeichnung “Wismarer Flash-Hydrolyse” hat er sein Verfahren, aus Biomasse Ethanol, recyclebare Pflanzenfasern sowie Futterprotein zu gewinnen, bereits zum Patent angemeldet (vgl. auch Meldung vom 17.08.01). Seine Mission: Den Viktoriasee in Afrika vor dem Ersticken durch die Wasserhyazinthen zu retten. Der Nebeneffekt: viel neue Bio-Energie in Form von Ethanol aus der Pflanzenmasse, Eiweiß zur Verfütterung auf Straußenfarmen und die Restfaserbestände zur Verwendung als Dämmstoffe oder Verpackungsmaterial.

Während der Professor für Verfahrenstechnik biogener Rohstoffe der Hochschule Wismar indes von allen Seiten für seine Ideen hoch gelobt wird und Finanzierungszusagen in Millionenhöhe für das Victoriasee-Projekt seitens UNO und Weltbank schon spruchreif scheinen, findet sich keine Finanzierung für seine Testanlage. Die Bundes- und Umweltminister des Landes haben einfach keinen Etat dafür übrig. Gerath hat schon alles auf das Genaueste durchgeplant und hofft auf eine Gemeinschaftsfinanzierung der benötigten 500.000 Mark durch die Ministerien. Die Wasserhyazinthen bezeichnet er angesichts des drohenden Kollaps des Victoriasees als “schlimmstes Unkraut der Welt”, aber ebenso als willkommenen Rohstoff…

Autorin: Marion Kupfer (nova)
Endredaktion: Michael Karus (nova)
Quelle: Ostsee-Zeitung vom 29./30. September 2001.

Source: Ostsee-Zeitung vom 29./30. September 2001.

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