10 Februar 2004

Uni Osnabrück: Neue Windeln aus natürlichen Rohstoffen

Der Hygieneartikelmarkt von der Windel bis zum Wundpflaster könnte bald ebenso umweltfreundliche wie saugfähige Produkte enthalten

Wissenschaftler der Universität Osnabrück haben aus nachwachsenden Rohstoffen ein hautfreundliches, preiswertes Material entwickelt. Dieses könne das 20- bis 100fache seiner Masse an Flüssigkeit aufnehmen, sagte Projektleiter Prof. M. Dieter Lechner vom Institut für Chemie in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

2003 war den Chemikern auf die Synthese von Superabsorbern aus Zellulose (Holz), Stärke (Mais, Kartoffeln, Getreide) und Pektinen (Obst) das endgültige Patent zuerkannt worden. Der Superabsorber stellt ein dreidimensionales Netzwerk dar, das zunächst ziemlich zusammengepresst ist. Durch Zusatz von Flüssigkeit wie Wasser bläht er sich auf. Dabei nimmt er das Wasser auf und geht in einen festen Zustand über. In diesem Zustand wird das Wasser durch Druck oder andere mechanische Vorgänge nicht wieder abgegeben.

Im Endstadium des unter anderem von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), Osnabrück, geförderten Forschungsprojekts wurden mehrere Tonnen des Stoffs industriell hergestellt. “Wir haben dann Proben verschickt», berichtete der 64-jährige Hochschullehrer. “Ob von Krankenhäusern oder Ärzten – die Reaktionen fielen allesamt positiv aus.” Das gilt auch für Untersuchungen des Osnabrücker Toxikologen Prof. Nils-Peter Lüpke, der die gesundheitliche Unbedenklichkeit des Materials nachgewiesen habe.

“Wir stehen jetzt mit etlichen Interessenten in Verhandlungen”, sagte Lechner. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Waldwirtschaft in Göttingen habe sich zudem herausgestellt, dass bei einer Durchmischung einer geringen Menge des Materials mit Erde Wasser gehalten werde. “Das bedeutet, dass die Absorber an Pflanzen in der Wüste eingesetzt werden können.”

Weitere Informationen:
Prof. Dr. M. Dieter Lechner, Universität Osnabrück,
Fachbereich Biologie/Chemie, Institut für Chemie,
Barbarastraße 7, Tel. +49 541 969 2818, 2819, Fax +49 541 969 3324,
e-mail: [email protected]

(Vgl. Meldung vom 2003-01-24.)

Source: dpa-Meldung vom 2004-02-09.

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