2 April 2007

Umweltverbände kritisieren Holzbeschaffungsrichtlinie der Bundesregierung

PEFC vereint unterschiedliche nationale Zertifizierungssysteme

Holz für öffentliche Gebäude in Deutschland muss aus legaler und nachhaltiger Waldwirtschaft stammen. Das besagt ein Erlass vom 28. Januar 2007. Als Nachweis lässt die Bundesregierung neben dem FSC- auch das PEFC-Siegel zu. Nach Meinung von zehn großen Umweltschutzorganisationen unterminiert letzteres die angestrebten Urwaldschutzziele. Sie kritisieren das PEFC-Siegel als ein “Pseudo-Zertifikat” der Forst- und Holzindustrie und haben ein gemeinsames Positionspapier verabschiedet.

“Unter dem Dach des PEFC versammeln sich sehr unterschiedliche nationale Zertifizierungssysteme”, so Greenpeace. Als Beispiele werden genannt: Finnisches PEFC-Holz stamme oft aus den letzten Urwaldgebieten des Landes. An diesen uralten Restwäldern hielten die Sami traditionelle Nutzungsrechte und brauchen sie als Winterweiden für ihre Rentiere. Dieses Recht werde jedoch ignoriert.

Das Gleiche gelte für schwedisches PEFC-Holz. Australien verschleiere mit dem Siegel die Zerstörung der tasmanischen Urwälder. Hinter dem kanadischen Ableger des PEFC ständen großflächiger Kahlschlag und die Missachtung von traditionellen Rechten der Indianer. Demnächst wolle der PEFC auch das malaysische Zertifizierungssystem anerkennen: Ein weiteres Zertifikat, das für die Missachtung indigener Landrechte stände.

Die Umweltverbände fordern, dass die Richtlinie umgehend überarbeitet wird. Ein glaubwürdiger Erlass müsse die ökologischen und sozialen Mindeststandards des FSC einfordern. Darüber hinaus seien Gesetze notwendig, die den Besitz von illegal geschlagenem Holz und den Handel damit unter Strafe stellen. Nur so sei dem zerstörerischen Treiben beizukommen.

Die folgenden Organisationen haben das gemeinsame Positionspapier unterzeichnet

Lesen Sie die vollständige Erklärung hier.

(Vgl. Meldungen vom 2007-02-23, 2007-02-08 und 2006-09-18.)

Source: Greenpeace, 2007-30-25.

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