16 Februar 2005

Umweltfreundliche Kunststoffe: Kommission begrüßt freiwillige Verpflichtung der Industrie

Brüssel, den 14.02.2005 – Plastiktaschen und -tassen, Pflanzentöpfe, Verpackungen… wir alle verwenden täglich Polymerprodukte. Bestimmte Polymere sind biologisch abbaubar und kompostierbar –auch wenn man es ihnen nicht ansieht. Ein Konsortium von Herstellern hat sich jetzt auf Anregung der Europäischen Kommission freiwillig dazu verpflichtet, im Verpackungssektor umweltfreundliche Polymere zu verwenden und damit im Hinblick auf die biologische Abbaubarkeit ihrer Produkte einen effizienten Standard zu gewährleisten. Bei einem Erfolg könnte diese Initiative andere Sektoren zu vergleichbaren Maßnahmen stimulieren.

Vizepräsident Günter Verheugen hierzu: “Ich kann dieses Vorgehen nur wärmstens begrüßen. Wir regen solche Initiativen des Privatsektors aktiv an. Sie sind eine Alternative zu “harten” Rechtsvorschriften und ein zentrales Element der Bemühungen der Kommission um eine bessere und einfachere Art des Regierens.”

Umweltvereinbarungen in Form einer unilateralen Selbstverpflichtung der Industrie gewährleisten die Einhaltung eines international anerkannten Standards für die biologische Abbaubarkeit von Polymeren, die sowohl aus erneuerbaren als auch aus fossilen Ressourcen hergestellt werden. Die Kommission plant auf diesem Gebiet derzeit keine legislativen Initiativen. Die unilaterale Selbstverpflichtung ist somit eine freiwillige, proaktive Maßnahme der Industrie und kann folgende Vorteile bieten:

  • Förderung der Entwicklung und Verwendung neuer Polymere und damit von Innovation und Wettbewerbsfähigkeit
  • Eröffnung neuer Möglichkeiten für Abfallwirtschaft und Recycling
  • Verbesserung der Boden- und Wasserqualität durch qualitativ hochwertigen Kompost
  • Schaffung zusätzlicher Einkommensquellen für Landwirte.

Da in den Umweltvereinbarungen auch Zertifizierungs- und Kennzeichnungssysteme vorgesehen sind, erhalten Benutzer und Verbraucher von Produkten aus solchen Polymeren zuverlässige Informationen über deren Umweltqualität.

Die Industriezweige mit dem höchsten Verbrauch biologisch abbaubarer Kunststoffe sind der Verpackungssektor (Lebensmittelbehältnisse, Netze, Schäume) und der Sektor für die Herstellung von Plastiktaschen für die Sammlung und Kompostierung von Lebensmittelabfällen sowie von Plastiktragetaschen für Supermärkte (38% des Gesamtverbrauchs).

Zu dieser Umweltvereinbarung haben sich BASF (Deutschland), Cargill Dow (USA), Novamont (Italien) und Rodenburg-Biopolymers (Niederlande) verpflichtet, d.h. Hersteller, die Schlüsselakteure auf dem Markt biologisch abbaubarer Kunststoffe sind.

In Europa teilen sich diese Unternehmen über 90% des Marktes für biologisch abbaubare Kunststoffe und dieser Anteil entspricht in etwa auch ihrem Gewicht auf dem Weltmarkt. Die Abwicklung erfolgt über die Interessengemeinschaft Biologisch Abbaubare Werkstoffe eV (International Biodegradable Polymers Association & Working Groups, IBAW).

Weitere Informationen:

http://europa.eu.int/comm/enterprise/environment/index_home/emantool_indic_prodrel_vappr/polymer.htm

Engl. Version (PDF-file)

Franz. Version (PDF-file)

(Vgl. Meldung vom 2005-02-15.)

Source: EU-Kommission vom 2005-02-14.

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