14 März 2003

UFOP-Vorstand lehnt Vorschlag zur Dauerbrache ab

Der Vorschlag der EU-Kommission, eine 10 prozentige langfristige, nicht rotierende Flächenstilllegung einzuführen, hat der UFOP-Vorsitzende Dr. Klaus Kliem in der jüngsten Sitzung des UFOP-Vorstandes erneut nachdrücklich abgelehnt. Der Vorschlag stehe in völligem Widerspruch zur EU-Initiative zur Förderung von Biokraftstoffen. Deren Ziel sei es, die Produktion von nachwachsenden Rohstoffen, wie z.B. Raps, Getreide und Zuckerrüben zur Herstellung von Biodiesel, Pflanzenölkraftstoff oder Ethanol aus umweltpolitischen Gründen und zur Ressourcenschonung anzuregen.

Zurzeit würden in der EU knapp 1 Million Hektar Stilllegungsflächen mit nachwachsenden Rohstoffen überwiegend zur Energieproduktion angebaut. Können zukünftig diese Flächen nicht mehr bebaut werden, verringert sich das Rohstoffpotenzial für die Produktion von biogenen Kraftstoffen, obwohl dieser Markt weiterhin durch Wachstum gekennzeichnet ist. Der Biogasproduktion würde eine wichtige Rohstoffbasis entzogen. In Veredlungsregionen würden die Flächen für die Verwendung der organischen Dünger fehlen.

Der Vorschlag ist mit den Eigentums- und Pachtverhältnissen in Deutschland unvereinbar kritisiert der Vorstand. Mehr als zwei Drittel der Ackerflächen in den alten und etwa 90 Prozent der Ackerflächen in den neuen Bundesländern sind Pachtflächen. Rechtliche Auseinandersetzungen zwischen Bewirtschafter und Verpächter sind unvermeidbar, wenn der Bewirtschafter zur Dauerbrache verpflichtet wird.

Der UFOP-Vorstand stellt hierzu weiter fest, dass der Anbau von nachwachsenden Rohstoffen auf Stilllegungsflächen von der Gesellschaft im Gegensatz zum “Nichtstun” akzeptiert werde. Er sei ein wichtiges strategisches Element, um Flächen entsprechend der Versorgungslage jederzeit für die Nahrungsmittelproduktion wieder nutzen zu können. Der Energiepflanzenbau eröffne ein flächenwirksames Anbaupotenzial, das die unproduktive Stilllegung mittelfristig überflüssig mache. Dies und nicht die umfangreichen, die Kulturlandschaft beeinträchtigenden Dauerbracheflächen, müsse ein Ziel der Agrarreform sein.

(Vgl. Meldung vom 2003-02-17.)

Source: Pressemitteilung der UFOP vom 2003-03-12.

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