17 November 2004

UFOP: Studie zu den “Schlüsseldaten für Klimagasemissionen”

Der anthropogene Treibhauseffekt ist Gegenstand z. T. sehr kontroverser umweltpolitischer Diskussionen auf lokaler, regionaler, nationaler und internationaler Ebene. Ursache für diesen vom Menschen verursachten Eingriff in das globale Klima sind u. a. durch die Verbrennung fossiler Energieträger freigesetzte klimarelevante Spurengase. Erneuerbare Energien – und darunter insbesondere die Biomasse, die vielfach als einer der wichtigsten Hoffnungsträger angesehen wird – werden deshalb vielfach als wichtige Optionen angesehen, dieser Klimaveränderung entgegenzuwirken. Ihre Nutzung ist im Allgemeinen mit geringeren Treibhausgas-Emissionen im Vergleich zur Nutzung fossiler Energieträger verbunden. Dies gilt jedoch oft nur bis zu einem bestimmten Ausmaß, da auch die Nutzung des regenerativen Energieangebots zum einen oft mit dem Einsatz fossiler Energieträger einhergeht (z. B. konventioneller Dieselkraftstoff für den Transport biogener Festbrennstoffe) und zum anderen auch mit der Nutzung regenerativer Energien Klimagasemissionen verbunden sind (z. B. Lachgasemissionen aus der Verbrennung bestimmter biogener Festbrennstoffe).

Das Ausmaß, mit dem durch eine verstärkte Nutzung von Biomasse zur Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen – im Vergleich zur Nutzung fossiler Energieträger – beigetragen werden kann, wurde in der Vergangenheit in einer Vielzahl von Studien in Deutschland und auf europäischer Ebene untersucht. Diese Ergebnisse stimmen aber – aufgrund unterschiedlicher Rahmenannahmen und Bezugszeitpunkte – nur eingeschränkt überein. Auch werden die Klimagasemissionen auf jeweils unterschiedliche Größen (z. B. ha, GJ, kWh) bezogen. Diese und weitere Aspekte erschweren nicht nur den Vergleich derartiger Größen, sondern auch eine adäquate Berücksichtigung in den laufenden energie- und umweltpolitischen Diskussionen.

Vor diesem Hintergrund hat die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) das Institut für Energetik und Umwelt in Leipzig beauftragt, genau diese Defizite aufzuarbeiten. Dazu werden zunächst die unterschiedlichen Konversionspfade, mit denen die verschiedenen verfügbaren Biomassefraktionen zur End- bzw. Nutzenergiebereitstellung genutzt werden können, kurz dargestellt. Anschließend werden vergleichbare Konversionspfade auf der Basis fossiler Energieträger diskutiert. Ausgehend davon werden typische Vergleichsfälle (z. B. Wärme für ein Einfamilienhaus aus Pellets, Hackschnitzeln, Erdgas, leichtem Heizöl) definiert und – ausgehend von vorliegenden Studien und Untersuchungen – die entsprechenden Treibhausgas-Emissionen bzw. die jeweiligen Klimagasreduktionspotenziale dargestellt. Dabei wird darauf geachtet, dass die Ergebnisse einfach verständlich und nachvollziehbar präsentiert werden, damit das Ziel, Daten und Informationen für die laufenden energiewirtschaftlichen Diskussionen bereitzustellen, auch erreicht wird. Zusätzlich werden anschauliche Beispiele erarbeitet und diskutiert, um die Ergebnisse möglichst transparent und nachvollziehbar zu gestalten. Darüber hinaus wird auch untersucht, welchen Beitrag damit die Biomasse insgesamt zur Erreichung der Klimaschutzziele leisten kann – und dies auch unter Berücksichtigung der in den kommenden Jahren zu erwartenden technischen und sonstigen Weiterentwicklungen. Die Studie wird Ende Februar 2005 abgeschlossen sein.

Source: UFOP vom 2004-11-16.

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