11 Oktober 2004

UFOP: Steigende Verarbeitung von Ölsaaten in dezentralen Anlagen

Die Anzahl dezentraler Ölsaatenverarbeitungsanlagen hat sich seit 1999 in Deutschland nahezu verdreifacht. Aus diesem Anlass führte das Technologie- und Förderzentrum (TFZ) im Auftrag des Kuratoriums für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e.V. (KTBL) und mit finanzieller Unterstützung der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) im Frühjahr 2004 eine Umfrage “Dezentrale Ölsaatenverarbeitung in Deutschland” durch. Ziel der Befragung war es, den derzeitigen Stand der technischen Ausstattung der Ölmühlen zu erheben, Massenströme der eingesetzten Rohstoffe und der erzeugten Produkte zu erfassen und Aussagen über die Bedeutung des Erwerbszweigs “Dezentrale Ölsaatenverarbeitung” abzuleiten.

Grundlage der Befragung war der von der KTBL-Arbeitsgruppe “Qualitätsmanagement der dezentralen Ölsaatenverarbeitung” erstellte umfangreiche Fragebogen, der an 243 Adressaten verschickt wurde. Der Rücklauf betrug 100 Fragebögen (41%), wobei 90 Fragebögen (37%) für die Auswertung geeignet waren. Abgefragt wurden neben allgemeinen Daten zum Betrieb und zu den einzelnen Anlagenkomponenten auch Daten zur Qualität von Saat und Öl, zu Preisen und Erlösen sowie zum Absatz und Vertrieb.

2003 wurden in den befragten Betrieben an durchschnittlich 250 Presstagen knapp 104.000 t Raps verarbeitet. Dies entspricht einer erzeugten Ölmenge von ca. 35.000 t Rapsöl. Dabei fielen als Koppelprodukt rund 69.000 t Rapspresskuchen an. Zusätzlich wurden 6.500 t andere Ölsaaten wie Leindotter-, Sonnenblumen- und Hanfsaat gepresst. Eine pauschale Hochrechnung auf 219 Betriebe ergibt für das Jahr 2003 eine verarbeitete Menge Rapssaat von ca. 380.000 t und eine erzeugte Ölmenge von 127.000 t. Dies würde bedeuten, dass in dezentralen Ölmühlen die Ernte von etwa 10% der deutschen Rapsanbaufläche verarbeitet werden kšnnte.

Als Produktionsschwerpunkt geben 49% der Betriebe die Herstellung von Rapsölkraftstoff an, gefolgt von den Produkten Speiseöl (20%) und Futteröl (17%). Weitere Erzeugnisse, wie technische Öle oder Rapsöl als Rohstoff für die Biodieselproduktion werden zu 14% als Schwerpunkt der Produktion angeführt. In einigen Betrieben wird als wichtigstes Produkt nicht Öl sondern Presskuchen für die Fütterung hergestellt.

Die Studie ist hier als Download erhältlich.

Source: UFOP-Pressemeldung vom 2004-10-08.

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