18 Mai 2004

UFOP: Raps hat als nachwachsender Rohstoff den Durchbruch geschafft

Berlin, 14.05.2004 Auf die herausragende Bedeutung des Rapsanbaus als nachwachsender Rohstoff für die heimische Landwirtschaft und für die deutsche Ölsaatenverarbeitung wies der Vorsitzende der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V., Dr. Klaus Kliem anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Ölmühle Riesa vergangene Woche in Riesa hin.

Rapsöl habe heute praktisch nicht nur als wertvolles Speiseöl, sondern auch als Rohstoff für eine Vielzahl von Produkten der Oleochemie, der Kosmetikindustrie aber auch zur Verwendung zur Herstellung von Schmierstoffen und Biodiesel Einzug in praktisch alle Lebensbereiche gehalten. Beeindruckend sei, gemessen am internationalen Vergleich, die Produktion und Absatzentwicklung insbesondere bei Biodiesel. So habe der Kapazitätsaufbau auf inzwischen 1,1 Mio. t Jahreskapazität eine geradezu rasante Entwicklung hinter sich.

Heute werde Biodiesel praktisch flächendeckend Ùber 1.800 öffentliche Tankstellen und in Form von loser Ware angeboten. Weniger als 25 km betrage inzwischen die durchschnittliche Entfernung von Biodieseltankstelle zu Biodieseltankstelle, die zugleich die Führungsposition von Biodiesel im Vergleich zu anderen alternativen Kraftstoffangeboten unterstreiche, betonte der UFOP-Vorsitzende. Mit einer geschätzten Verkaufsmenge von etwa 850.000 t Biodiesel im Jahr 2004 sei Deutschland auf dem besten Wege, die gemäß EU-Richtlinie zur Förderung von Biokraftstoffen vorgegebenen Mengenanteile zumindest im Dieselmarkt zu erfüllen.

Einen weiteren außerordentlich großen Nachfrageschub habe die zum 1. Januar 2004 in Kraft getretene Änderung des Mineralölsteuergesetzes ausgelöst. Durch die jetzt mögliche Zumischung von Biodiesel zu Dieselkraftstoff halte Biodiesel jetzt ebenfalls Einzug als qualitätsverbessernde Komponente bei der Herstellung von Dieselkraftstoff in der Mineralölindustrie. Bei einem Zumischungsanteil von max. 5% Biodiesel, der gemäß der Dieselkraftstoffnorm EN 590 erlaubt ist, könnten allein über die Mineralölindustrie etwa 1,4 Mio. t Biodiesel abgesetzt werden, erläuterte Dr. Kliem die neue Absatzperspektive.

Der UFOP-Vorsitzende zeigte sich angesichts dieser Nachfrageentwicklung sehr zuversichtlich, dass auch im Interesse der Ölsaatenverarbeitung die jetzt gegebenen Rahmenbedingungen dafür Sorge tragen, dass zurzeit die besten Voraussetzungen für die Weiterentwicklung des Rapsanbaus auf hohen Anbauflächen und folglich hohem Erzeugerpreisniveau gegeben seien. Eine möglichst langfristige Beibehaltung dieser Rahmenbedingungen sei allerdings Voraussetzung, dass sich dieser junge Wirtschaftsbereich als fester Bestandteil der heimischen Energie- bzw. Kraftstoffversorgung etablieren könne.

Dr. Kliem kündigte an, dass sich die UFOP weiterhin für die Beibehaltung und Weiterentwicklung der erforderlichen Rahmenbedingungen einsetzen und hiermit einhergehend die Zusammenarbeit mit der Fahrzeug- und Mineralölindustrie forcieren werde.

Source: "Pressemitteilung der UFOP vom 2004-05-14.

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