29 Juni 2005

UFOP-Information zur Winterrapsaussaat 2005

Rapssaatnotierung für die Ernte 2006 übersteigt Getreidenotierungen um mehr als das Doppelte

Cover Gute Geschäfte mit Raps

2004/2005 in Deutschland über 15 % mehr Raps verarbeitet +++ Biodieselindustrie wächst kräftig weiter +++ Rapssaat-Lagerbestände sinken +++ stabilere, wenn nicht sogar steigende Marktpreise in Aussicht +++ MATIF-Notierung von 230 EUR/t für den August 2006-Termin

Guten Vorfruchtwert nutzen

Rapsanbau unterstützt Pflugverzicht in der Fruchtfolge +++ Entzerrung von Arbeitsspitzen führt über bessere Maschinenauslastung zu ökonomischen Vorteilen +++ monetärer Vorfruchtwert von Winterraps bis 150 EUR/ha

Gute Position trotz Agrarreform

Agrarreform zwingt zu Kostensenkungen im Ackerbau +++ Raps behält Vorzüglichkeit gegenüber Getreide +++ Raps-Notierungen für die Ernte 2006 übersteigen Getreidenotierungen um mehr als das Doppelte +++ Stilllegungsflächen auch bei Neueinsteigern in Anbauplanung einbeziehen +++ Energiepflanzenprämie in Höhe von 45 EUR/ha beantragen

Empfehlungen für die Anbauplanung 2005:

  • Anbauumfang an Food- und Non-Food-Raps in Regionen mit hohem Fruchtfolgeanteil beibehalten!

  • Winterrapsanbau Food- und Non-Food in anderen Regionen ausdehnen!
  • Verträge über die Energiepflanzenprämie von 45 EUR/ha auf nicht stillgelegten Flächen abschließen!

Die Rapsverarbeitung boomt in Deutschland. Dieser Trend wird anhalten, denn die Ölnachfrage wird auch im Wirtschaftsjahr 2005/2006 weiter zunehmen. Neben dem Einsatz in der Ernährungsindustrie ist Rapsöl für die Biodieselherstellung rege gefragt.

EU-weit ist bei Biodiesel auch in 2005 und 2006 ein weiterer kräftiger Zuwachs zu erwarten. Bis Ende 2005 stehen hier Produktionskapazitäten von über 3,5 Millionen Tonnen zur Verfügung. Dies sind 800.000 Tonnen mehr als im Vorjahr und doppelt so viel wie Ende 2002.

Mit einem aktuellen Preisabstand von 20 Cent je Liter zu konventionellem Diesel ist Biodiesel für das Transportgewerbe ein echter Kostensenker. Ein Umstieg lohnt sich für gewerbliche Flottenbetreiber und auch für Privatkunden.

Aufgrund des hohen Vorfruchtwertes bis 150 Euro je Hektar genießt der Rapsanbau im Ackerbau eine hohe Wertschätzung. Die bodenverbessernde Wirkung von Raps wird in einer Studie der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) Braunschweig bestätigt. Neben anderen werden vor allem phytosanitäre Vorteile bei Raps in der Fruchtfolge genannt. Rapsanbau wird als unterstützender Faktor, Getreide nach Getreide hingegen als begrenzender Faktor für Pflugverzicht gesehen.

Auch im nächsten Wirtschaftsjahr wird Raps seine Vorzüglichkeit gegenüber Getreide behalten und in Abhängigkeit von der weiteren Preisentwicklung voraussichtlich sogar ausbauen. Die aktuelle Rapssaat-Notierung für die Ernte 2006 übersteigt die Getreidenotierungen um weit mehr als das Doppelte, was den Wettbewerbsvorteil für Winterraps nochmals verbessert. Eine Fruchtfolge mit einem hohen Rapsanteil ermöglicht darüber hinaus weitere Stückkostensenkungen. Bei Rübenbauern stellt Winterraps eine interessante Alternative dar, durch die in der Rotation eine Lücke bei der Blattfrucht geschlossen werden kann.

Trotz einer aktuellen Rapsanbaufläche von über 1,3 Millionen Hektar in Deutschland ist in weiten Regionen noch weiteres Potenzial für eine Anbauausdehnung vorhanden. Die derzeitige MATIF-Notierung um 235 Euro je Tonne für den August 2006-Termin bietet durchaus eine attraktive wirtschaftliche Kalkulationsgrundlage.

Download der UFOP-Information (ca. 620 KB)

Source: UFOP-Information vom 2005-06-27.

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