12 Dezember 2007

UFOP: Französische Autohersteller vorn bei Biokraftstoffen

Im Gegensatz zur deutschen Automobilindustrie preschen die französischen PKW-Hersteller bei der Verwendung von Biodiesel als Zumischkomponente vor. Nachdem Peugeot-Citroen bereits zum 01. 0ktober 2007 eine Freigabe für Dieselkraftstoff, der 30 Prozent Biodiesel (B30) enthält, erteilt hatten, werden von 2009 an auch alle Diesel-PKW von Renault für diese Kraftstoffmischung freigegeben sowie die Hälfte der Benziner für E85 freigegeben sein. Dies war die motortechnisch frohe Botschaft anlässlich der 5. Internationalen Biokraftstofftagung des Bundesverbandes Bioenergie (BBE) und der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP), die Ende November in Berlin stattfand.

Zumindest in Frankreich wird der Weg für höhere Beimischungsanteile von bis zu 30 Prozent Biodiesel in Dieselkraftstoff freigemacht, während den Vorstellungen des Verbandes der Deutschen Automobilindustrie (VDA) zufolge in Deutschland bei 7 Prozent Beimischungsanteil Biodiesel Schluss sein muss. Dies war der motortechnisch vertretbare Kompromiss, den die deutschen Autohersteller in der “Roadmap Biokraftstoffe” noch mittragen konnten.

In Frankreich haben sich Renault und Peugeot-Citroen, die Biodiesel- und Mineralölindustrie sowie die Regierung in einer “Partnerschaft Biodiesel” zusammengeschlossen. Ziel ist es durch die Kombination von Kraftstoffverbrauchsminderung und Biokraftstoffeinsatz die selbstgestellten Klimaschutzverpflichtungen zu erfüllen. Ziel ist es den CO2-Ausstoß auf 140 bzw. 120 Gramm je Kilometer zu reduzieren. Deshalb sind ab 2009 alle Modelle für B30 und 50 Prozent der Modelle für E85 freigegeben.

Die französischen PKW-Hersteller setzen damit auf das heute vorhandene Biokraftstoffpotenzial. Schließlich ist nach Expertenmeinung nicht sicher einschätzbar, ab welchem Zeitpunkt markt- und damit klimaschutzrelevante Mengen der Biokraftstoffe der sogenannten 2. Generation zur Verfügung stehen. Nichtsdestoweniger verfolgen die französischen Autohersteller aber ebenso intensiv das Entwicklungspotenzial dieser Biokraftstoffgeneration und halten sich damit alle Optionen offen.

Die französischen B30 PKW-Modelle werden ab kommenden Jahr auf den deutschen Markt drängen und zumindest aus motortechnischer Sicht auch höhere Beimischungsanteile von bis zu 30 Prozent Biodiesel möglich machen. Bei Benzinern wird die Modellpalette für den Betrieb mit E85 erweitert und damit das Kundenpotenzial für diesen Alternativkraftstoff erhöhen. Der Kunde kann angesichts der inländischen Absatzflaute gespannt sein, wie der Wettbewerb reagiert.

Kontakt:
Dieter Bockey
UFOP e.V.
Tel.: 0 30 – 31 90 4 – 215
E-Mail: d.bockey@ufop.de

(Vgl. Meldungen vom 2007-02-15 und 2007-01-03.)

Source: UFOP e.V., 2007-12.

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