28 Januar 2004

UFOP auf der IGW: “Der Landwirt als Energiewirt”

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Bundespräsident Johannes Rau bei seinem Besuch am Stand der UFOP (Bild: FNL)

Der moderne Landwirt liefert heute nicht mehr nur die Rohstoffe für hochwertige Nahrungsmittel, sondern wird auch immer mehr zum Energiewirt. Wie vielfältig sein Betätigungsfeld dabei ist, erfährt der Besucher bei der Internationalen Grünen Woche in Berlin in Halle 3.2. Dort ist nicht nur die Vielfalt heimischer land- und forstwirtschaftlicher Energieträger zu sehen. Unter dem Motto “Der Landwirt als Energiewirt” wurde auch gezeigt, wie aus festen, flüssigen und gasförmigen Energieträgern Wärme, Strom oder Treibstoffe gewonnen werden. Das ist nicht nur für die Umwelt gut, sondern schont fossile Rohstoffe und schafft Arbeitsplätze.

Träger der Gemeinschaftsausstellung, die in den schon traditionellen Erlebnisbauernhof der Grünen Woche eingebunden war, waren die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR), die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. (UFOP, der Fachverband Biogas e.V. (FvB) und die Landwirtschaftliche Arbeitsgruppe Biokraftstoffe (LAB). Um die Vielfalt der Bioenergieformen und -techniken für die Besucher anschaulich und attraktiv darzustellen, war die annähernd 200 qm große Ausstellungsfläche entsprechend den drei genutzten Aggregatzuständen der Bioenergie unterteilt.

Unter dem Schlagwort “feste Bioenergie” ging es um das “Heizen mit Holz” vor allem in Kleinfeuerungskesseln. So wurde beispielsweise gezeigt, wie Pellets produziert werden und wie Pelletzentralheizungen aussehen und funktionieren. Die Bioenergieberater der FNR beantworteten auch Fragen zum Heizen mit Scheitholz oder Hackschnitzeln und zu den Fördermöglichkeiten, die der Bund beim Erwerb von Biomassekesseln bietet.

Im Bereich der “flüssigen Bioenergie” drehte sich alles um das Thema Auto. Biodiesel, naturbelassenes Pflanzenöl, Bioethanol und Bio-ETBE sind und werden zu festen Größen im Kraftstoffmarkt. Biodiesel wird bereits an über 1.700 Tankstellen im Bundesgebiet angeboten und reines Pflanzenöl besitzt eine wachsende Fangemeinde. Noch größere Marktanteile werden Biodiesel und aus Getreide und Zuckerrüben gewonnenes Bioethanol und Bio-ETBE in den nächsten Jahren durch die jetzt mögliche Beimischung zu Diesel bzw. Benzin erlangen. Mineralölkonzerne haben die Beimischung der Biokraftstoffe bis zu einer Höhe von fünf Prozent bereits angekündigt.

Der dritte Ausstellungsbereich präsentierte die “gasförmige Bioenergie”. Biogas aus Gülle, Mais- und Grassilage sowie organischen Abfällen liefert umweltfreundliche Energie im großen Maßstab. Mit dem Biogas aus einem Ballen Grassilage kann ein Auto von Berlin nach Barcelona fahren, ein Haushalt ein Jahr mit Licht versorgt werden oder eine Waschmaschine 370 Mal waschen. Und der Mist von nur vier Kühen genügt, um ein Haus ein Jahr lang mit Strom zu beliefern.

Bioenergie ist speicherbar, dezentral verfügbar und zuverlässig zu produzieren. Damit ist sie auch anderen regenerativen Energieträgern haushoch überlegen.

Source: UFOP-Pressemeldung vom 2004-01-16.

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