19 Mai 2008

Türblatteinlagen auf Basis nachwachsender Rohstoffe und Reststoffe

Ein mehrjähriges Projekt zur Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen und/oder Reststoffen für Türblatteinlagen wurde erfolgreich beendet. Entwickelt wurden Schaumkörper, die nach Zugabe von Klebstoffen zu Platten verpresst und als Türblattmittellage verwendet werden. Als alternative Werkstoffe wurden Leimleder und Lederschleifstaub als Abfallstoffe der Lederherstellung sowie Maisgrieß verwendet.

Das Ergebnis: die Platten sind hinsichtlich Zuschnitt, Kalibrierung und Verpressbarkeit mit in der Türenindustrie üblichen Maschinen be- und verarbeitbar und es sollten weiterführende Optimierungsmaßnahmen ins Auge gefasst werden. Durchgeführt wurde das Projekt von der REINEX Türen GmbH in Zusammenarbeit mit dem Interuniversitären Department für Agrarbiotechnologie (IFA-Tulln). Das Ergebnis wurde in der Schriftenreihe Berichte aus Energie- und Umweltforschung als Ausgabe 1/2008 veröffentlicht.

Holztüren sind aufgrund der großen Vielfalt in Design, Ausführung und Zubehör bei Architekten und Bauherrn sehr beliebt. Neben den gestalterischen Aspekten müssen sie jedoch eine Reihe an Anforderungen wie Schall-, Brand-, Wärme- und Einbruchschutz erfüllen und für eine entsprechende Marktakzeptanz ein geringes Gewicht aufweisen.

Um all diesen Anforderungen gerecht werden zu können und dabei noch weitere Vorteile des Produkts “Türe” zu generieren, ist der Einsatz von Schaumkörpern aus Reststoffen als Innenlage anzustreben. Diese Schaumkörpereinlagen erreichen durch die Verwertung von Reststoffen eine rohstoffseitige Ressourcen- und Kostenreduktion und ermöglichen durch den einschaligen Aufbau als Sandwichkonstruktion nach dem Masse-Feder-Masse-Prinzip einen automatisierten Produktionsprozess und damit eine kostengünstigere Produktion des Produkts. Nicht zuletzt kann mit dieser Neuartigkeit eine einfachere Handhabung und damit verbunden eine kostengünstigere Durchführung der Montage erreicht werden. All diese Vorteile stellen eine Differenzierung gegenüber dem Mitbewerb sicher.

Zur Realisierung des Projekts wurden Schaumkörper drei unterschiedlicher Rezepturen hergestellt und anschließend unter Zugabe der jeweiligen Klebstoffe zu Platten verpresst. Dabei handelte es sich um Leimleder und Lederschleifstaub als Abfallstoffe der Lederherstellung sowie Maisgrieß. Die Schaumkörper unterschieden sich dabei in ihrer Elastizität sowie in der Oberflächenbeschaffenheit. Als Klebstoffe wurden Harnstoffformaldehydleim, Kaliwasserglas und Latex eingesetzt.

Die Durchführung der Versuche erfolgte anhand von Versuchsplänen, wobei die Verdichtung und die Klebschichtdicke als variable Einflussgrößen gewählt wurden. Neben der Charakterisierung der Schüttkörper wurden die mechanischen Eigenschaften der Platten getestet. Die Messwerte der Platten hinsichtlich Kerntemperatur, Flächengewicht, Formstabilität, Druck und Querzug wurden anhand der Versuchspläne statistisch ausgewertet und die Effekte von Verdichtung und Klebschichtdicke berechnet. Dabei konnten durchwegs Einflüsse der Faktoren auf die Eigenschaften der Platten festgestellt werden.

Hinsichtlich der Anwendung in “Spezialtüren” zeigten sich die elastischen Rezepturen sowie die mit Latex verpressten Platten als besonders geeignet, da sie sich durch eine für den Schallschutz erforderliche Elastizität auszeichnen. Deshalb wurden diese Kombinationen zur Herstellung von Mustertüren verwendet und im Zuge dessen auf die Verarbeitbarkeit in der Türenherstellung getestet.

Dabei zeigte sich, dass die Platten hinsichtlich Zuschnitt, Kalibrierung und Verpressbarkeit mit in der Türenindustrie üblichen Maschinen be- und verarbeitbar sind und daher weiterführende Optimierungsmaßnahmen ins Auge zu fassen sind. Die bisherigen Ergebnisse rechtfertigen eine Fortsetzung der Entwicklungstätigkeit, da die Eigenschaften der Innenlage in Bezug auf Schalldämmung und Brandschutz ermutigend sind.

Das Ergebnis wurde in der Schriftenreihe Berichte aus Energie- und Umweltforschung als Ausgabe 1/2008 veröffentlicht und kann hier heruntergeladen oder auf der Bestellseite für 4 Euro bestellt werden.

Weitere Informationen

Source: nachhaltigwirtschaften, 2008-05.

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