17 Dezember 2008

TU München: Ausgründung für Spinnenseideproduktion

AMSilk entwickelt biotechnologische Herstellung hochfester und elastischer Proteinfasern

Spinnenseiden sind zugfester als Stahl und gleichzeitig elastischer als Gummi. Vor kurzem gelang es einer Arbeitsgruppe an der TU München (TUM), die Probleme auf dem Weg zur Herstellung von Spinnenseide zu überwinden. Seit 2004 hat die TUM ein außergewöhnlich attraktives Schutzrechtsportfolio rund um die künstlich hergestellte Spinnenseide aufgebaut. Nun nimmt die TUM-Ausgründung AMSilk GmbH ihre Arbeit auf, die diese Patente verwerten und die industrielle Anwendung von Spinnenseide entwickeln wird.

Dank ihres besonderen physikalischen Eigenschaftsprofils sind die Proteinfäden von Spinnenseide ein äußerst wertvolles, natürliches Biopolymer mit enormen Anwendungsmöglichkeiten, unter anderem in den Bereichen Pharmazie, Textilien, Kosmetik, Medizintechnik und Baustoffindustrie.

Aufgrund des naturgegebenen kannibalischen Verhaltens von Spinnen ist eine groß angelegte Spinnenzucht und Spinnenseidenproduktion nicht möglich. Auch die bakterielle Produktion von Spinnenseide gelang viele Jahre lang nicht. Erst Prof. Dr. Thomas Scheibel, früher wissenschaftlicher Mitarbeiter der TUM, jetzt Inhaber des Lehrstuhls für Biomaterialien der Universität Bayreuth, gelang es, die Probleme bei der biotechnologischen Herstellung von Spinnenseiden zu überwinden.

Seit 2004 hat die TU München auf diesem Gebiet neun Erfindungen zum Patent angemeldet, unterstützt durch das Projekt BayernPatent und nachfolgend die Bayerischen Patentallianz GmbH. Das Portfolio umfasst inzwischen insgesamt über 60 nationale und internationale Patentanmeldungen.

Dieses Patentportfolio bringt die TU München nun in die neu gegründete AMSilk GmbH ein, deren Aufgabe es ist, die Spinnenseidenproduktion im industriellen Maßstab zu verwirklichen. Mitgesellschafter sind neben der TUM die drei Mitglieder des Gründerteams Prof. Thomas Scheibel und Dr. Lin Römer als Haupterfinder, Axel Leimer als Geschäftsführer sowie die drei Venture Capital-Investoren AT Newtec GmbH, MIG AG & Co. Fonds 6 KG und MIG AG & Co. Fonds 7 KG.

Weitere Informationen

Source: TU München, Pressemitteilung, 2008-12-02.

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