2 Juni 2006

Thüringer CDU-Fraktion für mehr Energie aus Biomasse

Nicht zuletzt wichtig für hiesigen Arbeitsmarkt

Die CDU-Landtagsfraktion poliert in der Energiepolitik ihre grüne Seite. Zur Landtagssitzung nächste Woche wird sie den Antrag stellen, die Regierung möge Konzepte entwickeln für noch mehr Einsatz von Biomasse.

Dabei ist Thüringen bereits Vorreiter. 10,1 Prozent des gemessenen Energieverbrauchs deckt der Freistaat schon über erneuerbare Energien ab. Das ist fast dreimal so viel wie bundesweit üblich. Etwa 90 Prozent der in Thüringen genutzten erneuerbaren Energien entstehen aus Biomasse. Dazu gehört auch Holz, das als Heizmaterial eine Renaissance erlebt. Es wächst in heimischen Wäldern nach und ist dank neuer Brenntechnologien auch für Eigenheimbesitzer zunehmend interessant.

Für die Landesregierung ebenso: Nach Schätzungen des Thüringer Zentrums für nachwachsende Rohstoffe bringt die Nutzung der Bioenergie derzeit eine Wertschöpfung von mehr als 110 Millionen Euro pro Jahr und sichert damit 700 bis 800 regionale Arbeitsplätze. Tendenz steigend.

Ob es ausgerechnet der in Deutschland sehr zentral organisierte Energiesektor mit seinen einflussreichen Konzernen sein wird, der der CDU-Alleinregierung die Vorteile regionaler Wirtschaftskreisläufe vor Augen führt, ist noch nicht erwiesen. Neben Holz setzt die Landesregierung verstärkt auch auf Raps.

“Wir werden noch etwas gelber werden”, sagt Agrarminister Volker Sklenar (CDU) mit Blick auf die blühenden Ölpflanzen und das Einkommen der Bauern. Die Biodiesel-Produktion war unter rot-grüner Regierung zu einem wichtigen Wachstumsmarkt für die Landwirtschaft geworden. Um so mehr staunte Sklenar, dass Schwarz-Rot zum 1. August Steuern auf pflanzlichen Kraftstoff einführen will. Der mühsam mit Steuergeldern erkaufte Preisvorteil gegenüber konventionellem Treibstoff wäre dann wieder dahin.

Aber mit steigenden Preisen für fossile Energiespender darf die CDU weiter rechnen. Ein Schwerpunkt des Biomasse-Konzepts soll aus Sicht der Fraktion deshalb Qualitätssicherung und die Förderung von Investitionen sein. Eine gute Idee. Denn Programme für erneuerbare Energien sind im Sparhaushalt des Landes für 2006 komplett gestrichen worden.

Source: Ostthüringer Zeitung vom 2006-06-02.

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