22 März 2002

Thalheim: Nachwachsende Rohstoffe sind im Kommen

Nachwachsende Rohstoffe und deren Produkte sind im Kommen. Daran ließ Dr. Gerald Thalheim, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverbraucherministerium, anlässlich eines Parlamentarischen Abends in der Vertretung Mecklenburg-Vorpommerns in dieser Woche (20. März) in Berlin keinen Zweifel. Nicht zuletzt wegen der Endlichkeit fossiler Ressourcen gehöre den nachwachsenden Rohstoffen die Zukunft. Die Fakten sprächen für sich: Industriepflanzen werden bundesweit mittlerweile auf fast 700.000 Hektar angebaut. Mit sechs Prozent der gesamten Ackerfläche entspricht das dem Anbauumfang von Kartoffeln oder Zuckerrüben. 1993 lag diese Fläche noch bei knapp 290.000 Hektar.

Bedeutendste Kultur sei Raps, aus dem Treib- und Schmierstoffe hergestellt würden, so Thalheim. Traditionell große Bedeutung hätten auch Stärkepflanzen wie Kartoffeln, Weizen und Mais für die Herstellung von Papier, Klebstoffen und zunehmend auch Biokunststoffen.

Mecklenburg-Vorpommern, wo auch die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) als Projektträger des Bundesverbraucherschutzministeriums ihren Sitz habe, sei in Sachen nachwachsende Rohstoffe eine gute und bewährte Adresse, so Thalheim. Den Raum Güstrow bezeichnete er als besonders gutes Beispiel dafür, wie nachwachsende Rohstoffe zur nachhaltigen Entwicklung einer Region beitragen können. Mit einer erstaunlichen Vielfalt von Unternehmen und Einrichtungen entwickele sich die Verarbeitung nachwachsender Rohstoffe hier zunehmend zum Wirtschaftsfaktor.

Die Entwicklung neuer Produkte sei wichtig, so der Staatssekretär. Entscheidend und manchmal noch schwieriger und langwieriger sei es allerdings, diese Produkte dann auch im Markt zu etablieren. Thalheim: “Ökologische Vorzüglichkeit allein reicht nicht aus, um breite Verbraucherschichten zum Kauf solcher Produkte zu bewegen. Es muss sich für den Verbraucher auch lohnen.” Beim Biodiesel sei dies erreicht. Bei anderen Produkten seien noch erhebliche Anstrengungen nötig, da diese Produkte in der Regel teurer seien als ihre konventionellen Konkurrenten. Dabei würden allerdings Produktvorteile für Gesundheit, Umwelt und inländisches Wirtschaftspotenzial, die sogenannten “externen Effekte”, nicht im Marktpreis bewertet. Die Bundesregierung unterstütze deshalb nicht nur Forschung, Entwicklung und Demonstration von Produkten aus nachwachsenden Rohstoffen, sondern auch deren Markteinführung. Im Rahmen spezieller Förderprogramme stelle sie hierfür insgesamt rund 36 Mio. Euro pro Jahr zur Verfügung.

Quelle: BMVEL-Information Nr. 12 vom 2002-03-22.

Source: BMVEL-Information Nr. 12 vom 2002-03-22.

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