11 Januar 1999

Thalheim: Hanfanbau über Abnahmeverträge sichern

Vielfältige Verwendungsmöglichkeiten auch im nicht-technischen Bereich

Bonn, 11. Januar (bme) – Für die Zukunft des Anbaus und der Verarbeitung von Hanf in Deutschland ist nach den Worten des Parlamentarischen Staatssekretärs beim Bundesernährungsminister, Dr. Gerald Thalheim, ein dauerhaftes Absatzpotential für Hanfprodukte von entscheidender Bedeutung. “Möglichst langfristige Abnahmeverträge der Industrie können hier einen wesentlichen Beitrag leisten”, erklärte er in der vergangenen Woche (7. Januar) bei einer Veranstaltung in Gardelegen (Sachsen-Anhalt), wo in Kürze die vierte deutsche Hanfstrohverarbeitungsanlage in Betrieb genommen wird.
Vor allem die Automobilzulieferindustrie im Bereich der Innenverkleidung könnte als bedeutender Nachfrager auftreten. Aber auch andere Verwendungsgebiete wie Geotextilien, Dämmstoffe und Plattenwerkstoffe kämen in Betracht. Derzeit werde Hanf vornehmlich im technischen Bereich eingesetzt. Neben dem Absatzpotential trage auch, so Thalheim, die von der Europäischen Union gewährte Flächenprämie von derzeit 1.392 Mark je Hektar dazu bei, den Hanfanbau und die Existenz der bestehenden und im Aufbau befindlichen Anlagen zur Hanfstrohverarbeitung zu sichern.
Der Parlamentarische Staatssekretär wies darauf hin, daß im Rahmen eines vom Bundesernährungsministerium geförderten Projekts das Institut für Angewandte Forschung der Fachhochschule Reutlingen beauftragt worden sei, das Grundkonzept einer Dampfdruckaufschlußanlage für den Standort Gardelegen zu erarbeiten. Dadurch solle die Einsatzmöglichkeit mechanisch gewonnener Bastfasern sowohl im Textilbereich als auch im technischen Bereich verbessert werden. Somit könne ein höheres Wertschöpfungspotential erschlossen werden.

Quelle: BMELF-Informationen Nr. 2, 11. Januar 1999

Source: BMELF-Informationen Nr. 2, 11. Januar 1999

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