24 April 2007

Tag des Baumes: Die Kiefer

Brotbaum vieler Forstbetriebe mit vielfältigem Nutzungsprofil

Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände e.V. (AGDW) bringt am Tag des Baumes (25. April) die Wald-Kiefer (Gemeine Kiefer – Pinus sylvestris) als Baum des Jahres 2007 in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Die Wald-Kiefer vereint in idealer Weise alle Vorzüge, die Wirtschaft und Gesellschaft vom Wald und Holz erwarten, sie ist ein echtes Multitalent: Als Pflanze widerstands- und anpassungsfähig, genügsam und leistungsstark. Als Werkstoff vielfältig einsetzbar.

Die AGDW begründet: “Mit der Wald-Kiefer wird keine seltene oder bedrohte Baumart gewürdigt. Als zweithäufigste Baumart in den deutschen Wäldern (23% Anteil an der Waldfläche nach der Fichte mit 28%) ist sie die wirtschaftliche Grundlage vieler Forstbetriebe – insbesondere in der norddeutschen Tiefebene und in den Neuen Bundesländern.

Dass ihr Holz oftmals als minderwertig im Vergleich zu dem der Fichte geschmäht wird, ist nicht gerechtfertigt. Der damit verbundene Preisabschlag für Kiefernholz im Verhältnis zu Fichtenholz ist schmerzlich. Es zeichnet sich erst jetzt eine höhere Beachtung und Wertschöpfung der Kiefer mit einer damit verbundenen Preissteigerung ab.”

Der AGDW regt eine Diskussion an, ob die Kiefer vielleicht DIE Baumart der Zukunft sein könnte: “Der langfristige Erhalt der mit hohem finanziellen Aufwand in den letzten Jahrzehnten geschaffenen Mischwäldern mit einem hohen Anteil an Buche und anderen Laubbaumarten, ist möglicherweise durch die Klimaerwärmung in Frage gestellt. Deshalb ist heute ehrlich zu prüfen, ob die Buche wirklich überall mit Erfolg zu dem angestrebten ökologischen Waldumbau beitragen kann. Ist es nicht vielmehr die Kiefer, die als trockenresistente Baumart auf Dauer die Bestände prägen könnte?” Aber auch diese Medaille hat eine Kehrseite: Trockene, heiße Sommer führen in Kiefernwäldern zu einer besonders hohen Waldbrandgefahr.

Historische Nutzung: Von Maulaffen und Schmiergeldern
Das Grüne Presseportal berichtet von der historischen Bedeutung der Kiefern: “Kienspäne waren die Vorläufer der (Taschen-)Lampe. Kerzen, früher nur aus Bienenwachs herstellbar, waren für die arme Bevölkerung viel zu teuer. Man schnitt sich lange, fingerdicke Kiefernspäne, die man an einem Ende ansteckte und mit dem anderen im Mund trug – die Hände benötigte man schließlich zur Arbeit. Irgendwann baute man feste Ständer für diese Kienspäne, die dem offenen Mund nachgebildet waren und als “Maulaffen” (Maul offen) verkauft wurden. Erst viel später wurden dann auch Leute, die mit aufgerissenem Mund ungeniert gafften, als “Maulaffen” bezeichnet.

“Voll auf dem Kien” mussten die Teerkocher sein, die für Schiffe das Dichtmaterial, das “Pech”, herstellten. Die mittelalterliche Handelsgroßmacht “Hanse” mit ihren Koggen wäre ohne dieses aus der Kiefer gewonnene Material nicht denkbar gewesen. Passten die Teerkocher einmal nicht auf und ließen zu viel Sauerstoff an das schwelende, harzreiche Kiefernholz, aus dem sie in vier bis fünf Tagen den Teer destillierten, brannte ihnen das wertvolle Produkt ab und all’ die vorherige Arbeit war umsonst. Dieser Teer wurde zusammen mit Fett zu Wagenschmiere für die Kutschen der Fuhrleute. Musste man Waren schneller liefern, bekamen diese Fuhrleute ein Extra-Salär, das “Schmiergeld” – auch heute noch weit verbreitet, um Geschäfte schneller zum Abschluss zu bringen, wenn auch nicht mehr für die Wagenschmiere.”

(Vgl. Meldung vom 2006-10-24.)

Source: Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände e.V. und Grünes Presseportal, 2007-04-24.

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