24 Januar 2002

Symposium zu HO-Sonnenblumen

Ökonomische Zwänge versus hohes Anwendungspotenzial

Seit acht Jahren unterstützt der Bund über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) (http://www.fnr.de)Züchtung, Anbau und Verarbeitung hochölsäurehaltiger Sonnenblumen. Auf der Fachveranstaltung am 14. Januar 2002 wurden Entwicklungen, Sachstand und Perspektiven diskutiert. Die vorteilhaften chemischen Eigenschaften des neuen Rohstoffs haben ihren Preis. Daher bieten sich vor allem in hochwertigen technischen Anwendungen Perspektiven.

High-oleic-Sonnenblumen unterscheiden sich nicht nur durch ihren extrem hohen Ölsäuregehalt von 80 bis 90 Prozent von herkömmlichen Artgenossen, sie bestechen darüber hinaus durch hohe Produktreinheit und besonders niedrige Gehalte an zur Oxidation neigenden Nebenfettsäuren. Das macht das Öl temperaturstabil und verleiht ihm eine besonders lange Lebensdauer – Eigenschaften, die die chemische Industrie, aber auch die Lebensmittelindustrie zu schätzen weiß.

Seit Jahren unterstützte die FNR Züchtungsvorhaben, Vorhaben zur industriellen Nutzung, aber auch einen Modellanbau sowie Bemusterungsaktionen. Mittlerweile stehen Hybridsorten mit stabilen Ölsäuregehalten nicht nur zur Verfügung, auf rund 7500 Hektar wurden sie 2001 bereits im Vertragsanbau kultiviert. Ergebnisse des Anbaus in der Praxis wurden bei der Veranstaltung ebenso vorgestellt wie die Bedeutung des neuen Naturrohstoffs in der Oleochemie, in der Schmierstoff- aber auch in der Kosmetikherstellung.

Aufgrund des ausgereiften Qualitätsmanagements gelang es, in Deutschland einen für Europa einmaligen Standard an HO-Sonnenblumenölen zu erreichen. Er hat jedoch seinen Preis. Denn: wenngleich HO-Sonnenblumenöl als oleochemischer Rohstoff hervorragende Eigenschaften mitbringt, kann es mit dem kostengünstigeren Talg dort nur bedingt konkurrieren. Vergleichbar sieht es in der Schmierstoffherstellung aus: HO-Öle sind für die Herstellung hochwertiger Motor- und Hydrauliköle zwar deutlich besser geeignet als das bisher dort genutzte Rapsöl, auch hier setzt der Rohstoffpreis jedoch Grenzen.

Neben Anwendungen im Nahrungsmittelbereich wurden HO-Ölen daher vor allem dort Chancen eingeräumt, wo die neuen Öle dazu beitragen, die Qualität hochwertiger technischer Produkte erheblich zu verbessern. Die FNR wird die Entwicklung neuer Technologien zur Herstellung von Ölsäure-Folgeprodukten daher weiter unterstützen.

Kontakt:
Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)
Barbara Wenig
Hofplatz 1
18276 Gülzow
Tel.: 03843/69 30-0
Fax: 03843/69 30-102
E-Mail: info@fnr.de
Internet: http://www.fnr.de

Quelle: Pressemitteilung der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR), V.i.S.d.P.: Dr.-Ing. Andreas Schütte Nr. 236 vom 2002-01-24.

(Vgl. auch Meldung vom 2001-11-16.)

Source: Pressemitteilung der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR), V.i.S.d.P.: Dr.-Ing. Andreas Schütte Nr. 236 vom 2002-01-24.

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