4 Juni 2009

Sumpfkultur: Brennstoff Schilf für dezentrale Wärmeversorgung

Universität Greifswald bestätigt Machbarkeit und Brennstoffeigenschaften

In einem von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderten Projekt konnte nachgewiesen werden, dass Niedermoor-Biomasse grundsätzlich als Brennstoff genutzt werden kann. Allein in Mecklenburg-Vorpommern kommen mehr als 50.000 Hektar als Paludikultur (Sumpfkultur)-Flächen zur Gewinnung von Energie-Biomasse in Frage.

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Foto: Dr. Wendelin Wichtmann

Im Nordosten Deutschlands existieren ausgedehnte Niedermoorflächen, die zu über 95% entwässert sind. Somit wird die Torfmineralisation gefördert und große Mengen des Klimagases CO2 werden freigesetzt. Rund 30% der gesamten Treibhausgas-Emissionen der deutschen Landwirtschaft bzw. 4% der Gesamt-Treibhausgas-Emissionen Deutschlands werden durch die Entwässerung und landwirtschaftliche Nutzung von Moorflächen verursacht. Das Projekt “ENIM – Energiebiomasse aus Niedermooren” erforscht die Möglichkeit einer Nutzung von Mooren nach Wiedervernässung. Die als Paludikultur (palus (lat.): Sumpf) bezeichnete nasse, standortgerechte Bewirtschaftung vereinbart Moor- sowie Klimaschutz mit einer landwirtschaftlichen Wertschöpfung.

Das 2007 bis 2009 von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderte Projekt umfasst folgende Aspekte:

  • landtechnische und agrarökonomische Fragen der Gewinnung von Niedermoor-Biomasse
  • Charakterisierung der Brennstoffeigenschaften von Schilf und Rohrglanzgras
  • Verbrennungsversuche im Labor
  • versuchsweiser Dauereinsatz in verschiedenen Mischungsverhältnissen mit Holz im Blockheizkraftwerk Friedland
  • Bewirtschaftung nasser Niedermoore aus Sicht von Naturschutz und Landwirtschaft.

Weitere Informationen
Paludikultur-Konzept

Kontakt
Dr. Wendelin Wichtmann (Geschäftsführung)
Institut für dauerhaft umweltgerechte Entwicklung von Naturräumen der Erde (DUENE) e.V.
c/o Institut für Botanik und Landschaftsökologie
Universität Greifswald
Grimmer Straße 88
17487 Greifswald
Tel.: 03834 86-41 43
Fax: 03834 86-41 07
E-Mail: [email protected]

Source: Informationsdienst Wissenschaft, 2009-05-13.

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