31 Januar 2005

Struktur-Fonds für Erneuerbare Energien ist notwendig!

Die Ölpreise werden weiter steigen - denken wir endlich an übermorgen!

Am Rande der in Graz soeben abgeschlossenen Biomassekonferenz hat sich eine rege Diskussion darüber entwickelt, wieviel Ökostrom tatsächlich wert ist. “Ökostrom ersetzt nicht 1:1 normale Elektrizität! Er ist vielfältiger zu bewerten!”, so Univ.Prof. Dr. Stefan Schleicher vom WIFO.

Warum scheitert Österreich?
Auch das wurde eindrucksvoll aufgezeigt. Im österreichischen Gesamtenergiemix sinkt der Ökostromanteil. Und das, obwohl Österreich bei den Treibhausgasen 30% über dem Kyoto-Ziel liegt. Das heißt: jede dritte Tonne CO2 ist zu reduzieren.

Gibt es noch eine andere Option?
Ist die fossile Option überhaupt noch vorhanden? “Neue Technologien bringen nicht mehr Öl, sondern nur ein schnelleres Sinken der Fördermengen”, so Kjell Aleklett, Präsident von ASPO, Association für the Study of Peak Oil and Gas aus Schweden. China will mehr Öl, auch der Eigenverbrauch Russlands steigt. Das größte weltweit neu gefundene Ölfeld der letzten zehn Jahre, Kazachstan, kann uns gerade einmal vier weitere Monate versorgen. “Und Saudi-Arabien will die Produktion nicht erhöhen”, meint Aleklett weiter. “Auch die Produktion von Erdgas geht zurück.”

Die EU hat ganz klar ihre Ziele im Bereich der Erneuerbaren Energien definiert, “12% Erneuerbare Energie in Europa bis 2010″, heißt es. “Ein Struktur-Fonds für Erneuerbare Energien ist notwendig”, sagt Dr. Karl Kellner von der EU-Generaldirektion für Energie und Verkehr, “wenn wir weitertun wie bisher, so sind nur 8% Erneuerbare Energie erreichbar, dazu brauchen wir natürlich auch den Einsatz von Biomasse”.

Umfangreiche Pläne zur Nutzung von Biomasse sind vorhanden und werden auch aufgezeigt, in Polen, in Kroatien, in Ungarn. Wärmekraftkopplung ist dazu natürlich ein weiteres Tema – das ist noch effizientere Nutzung. Andere Möglichkeiten bei der Holzbeschaffung zeigt ein finnisches Projekt mit “Bündler-Technologie” auf.

Solarthermie kann sinnvoll mit Biomasse ergänzt werden, auch in der Nahwärme ist diese Kombination einsetzbar. Viele weitere Projekte zeigen die richtigen Wege vor. Warum reagieren wir nicht schneller?

Auch andere Treibstoffe sind möglich
Auch im Kraftstoffbereich ist viel möglich, Biodiesel kann beispielsweise auch aus altem Speiseöl hergestellt werden. In Schweden gibt es schon 18 Biogas-Tankstellen, ca. 5.000 Fahrzeuge, LKWs, städtische Busse, aber auch PKWs werden mit Biogas betrieben. Weiterer Ausbau ist geplant, bereits Ende 2005 sollen 66 Tankstellen vorhanden sein. Das Biogas wird großteils aus “Biomüll” hergestellt.

Die Technologie ist vorhanden, der Rohstoff ist da. Die Politik muss nur handeln, so das Resümee. Langfristiges Denken ist notwendig, wir müssen nicht nur an morgen denken, sondern auch an übermorgen.

Source: www.oekonews.at vom 2005-01-28.

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