24 Februar 2005

Stromerzeugung aus Biogas wächst stark

L P D – Biogas wird für immer mehr Bauern zum zweiten Standbein im Betrieb. Nach Angaben des Landvolks Niedersachsen dürfte es in nächster Zeit zu einem erheblichen Zuwachs bei der Zahl der Biogasanlagen kommen. Ursache ist die Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), das zu Verbesserungen bei der Einspeisevergütung für den erzeugten Strom geführt hat.

Derzeit sind in Niedersachsen ungefähr 280 Biogasanlagen mit einer Gesamtleistung von 90 Megawatt Stromerzeugung in Betrieb. Sie können ungefähr 1,3 Prozent des niedersächsischen Strombedarfs decken. Während sich die Zahl der Biogasanlagen im vergangenen Jahr nur wenig verändert hat, weil potenzielle Interessenten die Novellierung des EEG abgewartet haben, herrscht derzeit rege Bautätigkeit. Nach grober Schätzung von Experten könnten in nächster Zeit weitere 100 Anlagen hinzu kommen. Das Potenzial indessen ist weit größer. Bis zu 1.000 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 600 bis 700 Megawatt könnten zwischen Ems und Elbe betrieben werden und ungefähr elf Prozent des gesamten niedersächsischen Strombedarfs decken.

Bisherige Anlagen wurden vornehmlich als kleinere einzelbetriebliche Anlagen mit Gülle als Gärsubstrat betrieben. Neue Anlagen werden aber zunehmend auf der Basis nachwachsender Rohstoffe konzipiert, die mit der EEG-Novelle als Energiequelle an Bedeutung gewonnen haben. In erster Linie kommt dabei Mais zum Einsatz. Schätzungen zufolge werden bereits jetzt 60 bis 70 Anlagen mit nachwachsenden Rohstoffen “gefüttert”, und ihre Zahl wird zunehmen. Dabei wachsen auch die Anlagengrößen, zunehmend werden gemeinschaftliche Biogasanlagen mehrer Bauern erstellt.

Die meisten Biogasanlagen arbeiten derzeit in der Veredelungsregion um Vechta und Cloppenburg, dort helfen sie, die Gülleprobleme zu entschärfen. Aber auch im Raum Rotenburg/Bremervörde sowie Soltau gibt es weitere Schwerpunkte der Biogasproduktion. Zunehmend dringt die Stromerzeugung aus Biogas jetzt auch in die Ackerbauregionen vor, wo Mais statt Gülle als Rohstoff eingesetzt wird. Dort sind auf der Suche nach Einkommensalternativen derzeit viele Anlagen im Planungsstadium. Zudem können die engen Fruchtfolgen der Ackerbaugebiete mit dem Mais als zusätzlicher Frucht aufgelockert werden.

Das starke Interesse an Biogasanlagen hat aber auch bereits zu einer Überhitzung des Marktes geführt. Weil die Hersteller mit dem Anlagenbau kaum noch nachkommen, haben die Preise bereits deutlich angezogen. Bauwillige Bauern sollten deshalb Unterstützung beim Bioenergieverbund Niedersachsen suchen, einer gemeinsamen Organisation von Landvolk Niedersachsen, den Maschinenringen und der Niedersächsischen Landgesellschaft (NLG). Der Verbund hilft bei der herstellerunabhängigen Planung der Anlagen und kann manchen Euro sparen helfen.

Source: Landvolk Niedersachsen - Landesbauernverband e.V. vom 2005-02-23.

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