9 September 2003

Strom aus Zucker? Bakterien machen es möglich!

Meilenstein in der Brennstoffzellen-Technologie erwartet

Wie die Forscher Swades Chaudhuri und Derek Lovley von der Universität von Massachusetts in Amherst jüngst in der Oktober-Ausgabe der Fachzeitschrift “Nature Biotechnology” berichten, gelang ihnen die Entwicklung einer von Bakterien betriebenen “Batterie”, die konstant und auf lange Dauer Energie liefert.

Das Futter dieser vom Meeresboden stammenden Mikrobe namens Rhodoferax ferrireducens besteht lediglich aus Zucker, dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Traubenzucker, Fruchtzucker, gewöhnlichen Raffinadezucker oder gar Xylose handelt, einer Zuckerart, die in Holz und Stroh vorkommt.

Dabei ist die Effizienz der Organismen beeindruckend: sie entziehen dem Zucker direkt die Elektronen und geben diese gleich an den Batteriepol ab – somit entfällt die aufwändige Umwandlung des Wasserstoffs. Damit ist die Methode der amerikanischen Wissenschaftler sogar dem bereits propagierten Mikroben-Brennstoffzellen-Verfahren überlegen, in dem Kolibakterien bei Zuckerfütterung Wasserstoff produzieren, dem erst im Anschluss mittels einer Reihe chemischer Reaktionen Elektronen entzogen und an die Batterie weiter geleitet werden.

Somit erreicht die direkte Energieübertragung gegenüber herkömmlichen Mikroben-Brennstoffzellen mit 50 Prozent nun eine Effizienz von über 80 Prozent. Da Bioabfälle aus der Landwirtschaft, aus städtischem und industriellem Müll genügend brauchbare Zuckernahrung für die Bakterien enthalten, lässt die Entdeckung der Forscher auf eine neue und hocheffiziente Quelle zur regenerativen Energieerzeugung hoffen.

(Vgl. Meldung vom 2003-06-25.)

Source: www.wissenschaft.de, Spiegel online und APA-Science Week vom 2003-09-08.

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