6 September 2006

Stroh als Dämmstoff

Strohballen der Marke Baustrohballen® sind seit diesem Jahr ein bauaufsichtlich zugelassener Dämmstoff

Stroh ist seit diesem Jahr als Wärmedämmstoff zugelassen, sofern er “nicht druckbeansprucht in Unterstützungsabständen von unter einem Meter in Wänden und Dächern”, also zur Ausfachung von Holzständerkonstruktionen, eingesetzt wird. Dafür geeignet sind Rechteckstrohballen aus der Landwirtschaft, die unbehandelt und in unveränderter Form verbaut werden.

Neben einer ausreichenden Feuerwiderstandsklasse, die das Material für die Zulassung nachweisen musste, war natürlich auch die gute Dämmfähigkeit entscheidend: Sie liegt bei Stroh, das mit den Halmen in Querrichtung zum Wärmestrom eingesetzt wird, bei 0,052 W/m×K und damit im Bereich vergleichbarer Naturdämmstoffe.

Neben den technischen Eigenschaften gibt es weitere Gründe, die für eine Strohdämmung sprechen: Strohballen sind der womöglich einzige Dämmstoff, der in sofort einsetzbarer Form als landwirtschaftliches Nebenprodukt ohnehin anfällt. Dadurch zählt es zu den besonders günstigen Naturdämmstoffen und verursacht keinen zusätzlichen Energieaufwand zur Herstellung.

Zusatzstoffe, die andere Dämmstoffe als Brand- oder Schimmelschutz enthalten, sind bei Stroh nicht nötig: Die Entflammbarkeit ist aufgrund des höheren Silikatgehaltes geringer und gegen Nagetiere, Motten oder Schimmelpilze bieten fachgerechter Einbau und Verkleidung ausreichenden Schutz, wie die Erfahrung aus vielen Jahren Strohballenbau zeigt. Einzelheiten dazu sind in der Zulassung geregelt.

Bislang bezieht sich die bauaufsichtliche Zulassung nur auf Strohballen der Marke Baustrohballen® der Firma BauStroh Limited aus Lüneburg. Diese werden regelmäßig auf die Einhaltung aller gemäß Zulassung erforderlichen Parameter kontrolliert. Sie sind in verschiedenen Größen und auf Wunsch auch aus ökologischer Landwirtschaft lieferbar.

Weitere Informationen zu Baustrohballen®: info@baustroh.de oder www.fasba.de.

Achtung: Dieser Dämmstoff ist aufgrund seines geringen Preises nicht über das Markteinführungsprogramm Naturdämmstoffe der FNR förderfähig.

(Vgl. Meldung vom 2006-03-03.)

Source: FNR-Pressemeldung vom 2006-09-06.

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