9 Februar 2009

Steuerpolitik zwingt Betreiber von Biodieseltankstellen zur Aufgabe

Qualitätssicherung für Biodiesel auf der Stufe der Tankstellen wird eingestellt

Deutschland war jahrelang Weltmeister bei der Zahl der Biodieseltankstellen. In keinem Land gab es mehr Zapfsäulen, an denen reiner Biodiesel angeboten wurde. Die Arbeitsgemeinschaft Qualitätsmanagement Biodiesel e.V. (AGQM) geht von rund 1.900 Tankstellen aus, die bis zum vergangenen Jahr hierzulande Biodiesel verkauft haben.

Die Zeiten, in denen jede neunte deutsche Tankstelle den pflanzenölbasierten Kraftstoff verkauft hat, sind jedoch vorbei. Wie jetzt eine Umfrage der AGQM bei ihren 437 Lizenznehmern ergeben hat, haben lediglich 88 Unternehmen noch Interesse am Biodieselverkauf. Von den 1.200 Tankstellen der Lizenznehmer bleiben demnach lediglich ca. 250 Stationen übrig. Verantwortlich für diese Negativentwicklung ist die aus Sicht der AGQM und anderer Branchenverbände unverhältnismäßig hohe Besteuerung von Biodiesel.

Als Konsequenz aus dem dramatischen Rückgang der Tankstellenzahl und des Absatzes an den verbliebenen Tankstellen hat der Vorstand der AGQM in dieser Woche beschlossen, die Qualitätssicherung auf der Stufe der Biodieseltankstellen einzustellen. Beibehalten wird jedoch das Qualitätsmanagement auf der Ebene der in der AGQM zusammen­geschlossenen Biodieselhersteller und -händler, die Biodiesel für die obligatorische Beimischung zu konventionellem Diesel und für Großabnehmer liefern. Um den Absatz als Reinkraftstoff dauerhaft zu ermöglichen, fordert die AGQM den Gesetzgeber auf,die Rahmenbedingungen so zu setzen, dass eine dauerhafte Konkurrenzfähigkeit zu mineralischem Diesel ermöglicht wird.

Source: Arbeitsgemeinschaft Qualitätsmanagement Biodiesel e.V., Pressemitteilung vom 2009-02-09.

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