2 März 2020

Stellungnahme zum EU-Klimaschutzgesetz

natureplus fordert Vorgaben für nachhaltigere Bauprodukte und Kreislauf-gerechte Bauweisen

Die Europäische Kommission hat im Januar den Entwurf eines “European Climate Law” zur Kommentierung freigegeben, welches das Ziel und die Maßnahmen formuliert, damit Europas Wirtschaft und Gesellschaft bis 2050 klimaneutral werden. Dieser Gesetzentwurf ist Teil des “European Green Deal” und soll für alle EU-Staaten als Gesamtheit Null-Emissionen von CO2 erreichen, vor allem durch eine Reduzierung der Emissionen, Investitionen in “grüne” Technologie und den Schutz der natürlichen Umwelt. Am 6.2. endete die Kommentierungszeit. Für natureplus hat der Vorstandsvorsitzende Rolf Buschmann folgenden Kommentar eingereicht: 

natureplus e.V. als Internationaler Verein für zukunftsfähiges Bauen und Wohnen begrüsst die Bestrebungen der EU-Kommission, durch ein EU-Klimagesetz einen rechtlich verbindlichen Rahmen zu schaffen, damit die EU Mitgliedstaaten Ihrer Verpflichtung zu Erreichung der Pariser Klimaziele nachkommen und die EU im globalen Kontext einen fairen Beitrag zur Begrenzung der Klimaerhitzung leistet. Mit der Vorgabe, bis 2050 der erste klimaneutrale Kontinent zu werden, und der dafür notwendigen konsequenten Festlegung von verbindlichen Rahmensetzungen würde die EU ein starkes Signal setzen, das alle unterzeichnenden Staaten des Pariser Klimaabkommens herausfordert, es ebenso zu machen, aber vor allem auch dem Willen der europäischen Bürger*innen nachkommen, die in der Europawahl 2019 Ihre Stimme für mehr Klimaschutz in Europa abgegeben haben.

Ein Klimaschutzgesetz muss aber auch den Weg für nachhaltigere Produkte, Produktions- und Bauweisen bereiten. Der Bau- und Konstruktionsbereich gehört zu den Bedürfnisfeldern, in denen ein besonderes großes Potential für den Klimaschutz zu finden ist. Dieses liegt aber nicht nur im Bereich der Energieeffizienz und der Etablierung immer besserer Standards der Gebäudedämmung, sondern auch – und dies mit wachsender Bedeutung – in der Auswahl nachhaltiger Bauprodukte. Die Betrachtung von Bauprodukten und Bauvorhaben sollte daher den gesamten Lifecycle in den Blick nehmen und daher neben der bevorzugten Auswahl nachwachsender, ressourcen- und klimaschonender Rohstoffe auch die Kreislauffähigkeit der Produkte und Materialien als zentrales Element einfordern.

Lebenszyklusbetrachtungen sollten insbesondere auch für Produkte im Baubereich verpflichtend sein und auch die Ressourcen-Inanspruchnahme ausweisen. Die Fähigkeit der Kohlenstoffspeicherung durch Baumaterialien sollte ebenfalls in die Bewertungssysteme des Nachhaltigen Bauens integriert werden, da auch diese einen wertvollen Beitrag zur Senkung der klimarelevanten Emissionen leistet. Zukunftsfähiges Bauen mit nachhaltigen Produkten wird nach Auffassung von natureplus einen erheblichen Beitrag zur Erreichung des 1,5° Zieles leisten können.

Source: natureplus, Pressemitteilung, 2020-02-10.

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