6 Oktober 2005

Stärkekartoffelernte fällt kleiner aus

L P D – Ihre Lieferverträge werden die Anbauer von Stärkekartoffeln in diesem Jahr voraussichtlich erfüllen, Übermengen wie im vergangenen Jahr wird es aber nicht geben. Seit Mitte August läuft jetzt wieder die Stärkekartoffelkampagne. Die Erträge auf den Feldern unterschreiten das Vorjahresergebnis deutlich. Zudem haben die Bauern die Anbauflächen etwas eingeschränkt, um den Überhang aus dem vergangenen Jahr zu kompensieren. Wegen der überdurchschnittlichen Erntemenge 2004 hatten die Stärkefabriken ihre Quoten im Vorgriff auf die jetzt laufende Ernte übererfüllt; sie dürfen deshalb ihre Quoten in diesem Jahr nur zu 95 Prozent ausnutzen.

Vor allem auf die Größe der Knollen hat sich die Witterung im diesem Jahr ausgewirkt. Kälteperioden im Laufe des Wachstums sowie die Trockenheit im Juni bis Anfang Juli haben zu einem überdurchschnittlichen Anteil kleiner Kartoffeln geführt, insbesondere dort, wo nicht beregnet werden konnte. Überraschend hoch ist jedoch der Stärkegehalt der Kartoffeln, der die Vorjahreswerte mit bis zu 20 Prozent leicht übertrifft.

Etwas Sorge machte den Fabriken zu Beginn der Verarbeitungskampagne die stärkere Fäulnisneigung der Kartoffeln aufgrund der teilweise unter feuchten Bedingungen erfolgten Rodungen. Dies hat sich mit trockenerer Witterung im September offenbar leicht verbessert, dennoch lastet auf den Fabriken Druck zur zügigen Verarbeitung der gefährdeten Partien. Wegen der geringeren Verarbeitungsmenge rechnen die Fabriken mit einem frühzeitigen Ende der Kampagne schon Anfang Februar und damit einen Monat früher als im vergangenen Jahr.

Befürchtungen der Fabriken, dass nach der Agrarreform viele Bauern den Stärkekartoffelanbau einschränken und damit der Rohstoff knapp wird, haben sich bisher nicht bestätigt. Erstmals produzieren die Kartoffelanbauer jetzt unter den neuen Rahmenbedingungen der Agrarreform mit der Entkoppelung der Prämien. Vom bisherigen Erzeuger-Mindestpreis der EU erhalten sie nur noch 60 Prozent, als Ausgleich werden ihre Kartoffelflächen in die allgemeine Flächenprämie einbezogen. Für die Topp-Betriebe mit guten Erträgen bedeutet dies jedoch ein Minus bis zu 400 Euro pro Hektar gegenüber der bisherigen Regelung, das den Stärkekartoffelanbau weniger lukrativ gegenüber anderen Ackerkulturen macht.

Die Kartoffelstärke spielt in Niedersachsen eine wesentliche Rolle. Bei insgesamt 700.000 Tonnen (t) Stärkequote in Deutschland entfallen allein gut 350.000 t auf die Emslandstärke in Emlichheim mit ihren Zweigwerken sowie 175.000 t auf die Werke der AVEBE in Lüchow und Dallmin. Von 127.000 Hektar Anbaufläche entfielen im vergangenen Jahr allein 89.000 ha auf Industriekartoffeln, zu denen allerdings auch Kartoffeln etwa zur Chipsherstellung gezählt werden.

Source: Landvolk Niedersachsen - Landesbauernverband e.V. vom 2005-10-06.

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