4 April 2002

Stärke – eine starke Seite der Kartoffel

Kartoffel ist nicht gleich Kartoffel. Auch wenn es um die Kartoffelstärke geht, ist die Kartoffel kein
Einheitsprodukt. Ein Viertel des deutschen Kartoffelanbaus (in 1998 = ca. 3-3,5 Mio. Tonnen) dient der Produktion von Kartoffelstärke (ca. 650.000 Tonnen), die zum Beispiel zur Papier- und Pappeveredelung, als Klebstoff, als Bindemittel, zur Produktion von Bio-Kunststoff oder Einweggeschirr eingesetzt wird.

Das Verbundvorhaben “Züchterische und pflanzenbauliche Optimierung der Kartoffel als dominierender Stärkelieferant der Bundesrepublik” ist in dreijähriger Projektarbeit angetreten, die Qualität der Stärkekartoffel zu verbessern*. Dabei standen drei Untersuchungsschwerpunkte im Mittelpunkt: Züchtung, Düngung und Schnell-Testmethoden für den Stärkegehalt von Kartoffeln. Letztere wurden im 3.Teilvorhaben von der Bundesanstalt für Getreide-, Kartoffel- und Fettforschung (BAGKF) in Detmold evaluiert. Die Wissenschaftler der Bundesanstalt fanden heraus, dass die sogenannte Chemometrie, das ist eine Kombination verschiedener Mess- und statistischer Auswertungsverfahren, von den geprüften Methoden am besten geeignet ist, um eine einfache und schnelle Prüfung der Kartoffelstärke-Qualität durchzuführen.

Der Stärkegehalt hingegen lässt sich mittels Nah-Infrarot-Transmissionstechnik (NIT) am besten abschätzen. Weniger gut lassen sich hingegen der Phosphorgehalt und das Viskositätsverhalten der Stärke im Kartoffelbrei messtechnisch erfassen, so Dr. N.U. Haase, wissenschaftlicher Projektleiter aus dem Institut für Getreide-, Kartoffel- und Stärketechnologie der BAGKF. Möglich sei eine Abschätzung jedoch mittels Reflektionsmessung bei getrockneten Kartoffeln.

Näheres zum Projekt s. a. Jahresberichte 1997-2000 der BAGKF.

*Projektträger: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR), Gülzow
Züchterische und pflanzenbauliche Optimierung der Kartoffel als dominierender Stärkelieferant in der Bunderespublik” Deutschland. Teilvorhaben 3: Erarbeitung von Screeningmethoden zur Erfassung der sortenspezifischen Qualitäten der Kartoffelstärke bei Neuzüchtungen

Zum Thema sind mehrere Manuskripte im Druck. Bereits erschienen ist: Haase, N.U.:

“Züchterische Optimierung von Stärkekartoffeln. Erfassung der Stärkequalität.” Obst-, Gemüse- und Kartoffelverarbeitung 85 (2000) 5/6 S. 217-221 (7175). Eine zusammenfassende Darstellung der Analysenergebnisse von insgesamt 47 Kartoffelsorten hinsichtlich ihrer jeweiligen Stärkequalität (Aus dem Aufsatz “Stärkekartoffeln – bringt eine gezielte Sortenauswahl Vorteile?” – Zeitschrift: “Kartoffelbau” 51 (2000)) finden Sie hier als PDF.

Projektleiter und Kontakt:
Dr. N.U. Haase (BAGKF)
Schützenberg 12
32756 Detmold
Tel.: 05231-741-453
Fax: 05231-741-100
E-Mail: potato.bagkf@t-online.de

Autorin: Marion Kupfer (nova)
Endredaktion: Michael Karus (nova)
Quellen: FNR-Projekt 96NR226-F, Fachverband der Stärke-Industrie e.V., BAGKF-Mitteilungen vom 2002-01-25, Telefonat mit Dr. N.U. Haase (BAGKF) vom 2002-04-04.

Source: FNR-Projekt 96NR226-F, Fachverband der Stärke-Industrie e.V., BAGKF-Mitteilungen vom 2002-01-25, Telefonat mit Dr. N.U. Haase (BAGKF) vom 2002-04-04.

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