3 Januar 2005

Stadtwerke Schwäbisch Hall wollen erstes Bioethanol-Kraftwerk bauen

Die Stadtwerke Schwäbisch Hall wollen mehrere Kraftwerke errichten, die mit dem Alkohol Bio-Ethanol betrieben werden. Damit soll der der Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid deutlich gemindert werden. Geplant sind zu Beginn zwei Anlagen mit einer elektrischen Leistung von je 2,5 MW. Zunächst gilt es allerdings, technische Probleme zu lösen, da es bisher noch kein Kraftwerk gibt, das mit reinem Alkohol arbeitet. Zwei Maschinenhersteller haben bereits ihr Interesse angemeldet; ebenso die Firma Südzucker AG als Rohstofflieferant – Bio-Ethanol wird aus Zucker oder Stärke hergestellt.

Pro Jahr werden rund 20.000 Tonnen Bio-Ethanol benötigt. Derzeit ist der Preis mit 42 Eurocent je Liter zwar recht günstig. Doch ist einen finanzielle Kalkulation schwierig, da die Preise stark schwanken. Zudem ist nicht sicher, ob Bio-Ethanol-Kraftwerke den Bonus für Nachwachsende Rohstoffe bekommen werden. Er liegt bei 6 Eurocent, die vom Stromnetzbetreiber zusätzlich für die Kilowattstunde Strom bezahlen müssen. Vorgesehen ist er im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), allerdings nur für weitgehend unbehandelte Biorohstoffe. Dazu gehört der Bio-Ethanol an sich nicht.

Der Stadtwerke-Chef Johannes van Bergen ist dennoch zuversichtlich. Sobald die Anlagen laufen, solle das Know-how verkauft werden, sagt er. So kämen die Entwicklungskosten wieder rein.

Source: Bernward Janzing, taz Nr. 7551 vom 2004-12-29, Seite 7.

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