30 April 2004

Spinatpigmente als Heilmittel gegen Netzhauterkrankungen?

Im Magazin New Scientist (Ausgabe vom 1. Mai, S. 8) stellen amerikanische Wissenschaftler eine neue, hoffnungsträchtige Therapiemöglichkeit für Netzhauterkrankungen vor. Dem Team um Elias Greenbaum von den Oak-Ridge-Labors ist es gelungen, kultivierte menschliche Netzhautzellen, die mit dem so genannten Photosystem 1 aus der Spinatpflanze versehen waren, wieder auf Lichtreize reagieren zu lassen.

Die Forscher vermuten, dass durch die Alters-Makuladegeneration oder die Erbkrankheit Retinitis pigmentosa zerstörte Photorezeptorzellen im Auge über die Sehnervstimulation durch den Eiweißkomplex, der in Pflanzen per Photosynthese Licht in elektrische Impulse umwandelt, vielleicht wieder regeneriert werden könnten.

Die Entdeckung ermutigt Greenbaum und seine Kollegen zur Hoffnung, möglicherweise eine neue, ungewöhnliche Therapieform für so Erblindete generieren zu können. Allerdings befürchten Kritiker, dass dieses Laborergebnis sich nicht ohne Weiteres auf den menschlichen Organismus übertragen lässt. Es bleiben noch viele Hürden zu nehmen, ehe beurteilt werden kann, ob der Körper Spinatpigmente überhaupt annimmt oder ob die Funktion dieser Moleküle dauerhaft erhalten bleibt.

Source: www.wissenschaft.de vom 2004-04-29.

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