7 Dezember 2005

SPD-Bundestagsfraktion: Biodiesel wird teurer

Auf reines Biodiesel ist ein Steuersatz von 10 oder 15 Cent im Gespräch, sofern der Biokraftstoff unvermischt eingesetzt werde, teilt der Vizevorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Ulrich Kelber, mit.

“Biokraftstoff wird immer billiger am Zapfhahn bleiben als herkömmlicher Sprit”, sagte Kelber. Annähernd voll besteuert werden solle er jedoch bei Beimischungen mit herkömmlichem Diesel.

Das für Ottomotoren produzierte Bioethanol solle steuerfrei bleiben, da es die Marktreife noch nicht erreicht habe. Die in Stufen bis 2010 auf 5,7 Prozent Ökodiesel erhöhte Beimischungspflicht solle 2006 starten.

Letzte Einzelheiten sollen noch im Laufe der Woche zwischen SPD und Union endgültig festgezurrt werden. Die steuerlichen Mehreinnahmen für den Fiskus umfassten im ersten Jahr etwa einen dreistelligen Millionenbetrag und kletterten dann auf deutlich mehr als eine Milliarde Euro. Ziel sei es, den Biosprit- Anteil am gesamten Kraftstoffverbrauch von jetzt etwa 2 Prozent auf mindestens acht Prozent zu vervierfachen.

Besonders hart werden Autofahrer getroffen, die auf reinen Biosprit wie Rapsöl umgestellt haben. Sie zahlen bisher rund 80 Cent pro Liter. Ab 2007 sollen 47 Cent Steuer draufgeschlagen werden. Biosprit wäre dann teurer als Superbenzin.

Die 1.900 Biodieseltankstellen wären in Gefahr. Die Umweltexperten von SPD und CSU, Hermann Scheer und Josef Göppel, kündigten an, die Pläne im Parlament zu Fall zu bringen. Auch im Umweltministerium rege sich Widerstand.

(Vgl. Meldung vom 2005-12-06.)

Source: Agrimanager vom 2005-12-06.

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