27 Juli 2003

Sonnenblumen blühen für die chemische Industrie

Auf den märkischen Feldern blühen dieses Jahr mehr Sonnenblumen als gewöhnlich. Auf ca. 21.000 Hektar werden die Ölpflanzen im Land Brandenburg angebaut. Das sind 50% mehr als im Durchschnitt der vergangenen Jahre.

Nach Aussagen des Ölsaaten-Experten der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle der deutschen Agrarwirtschaft (ZMP), Rainer Stratmann, hätten viele Bauern nach den großen Frostschäden offenbar noch einmal Sonnenblumen nachgepflanzt, um überhaupt noch etwas aus den Böden herauszuholen.

Allerdings haben auch die Sonnenblumenkulturen unter der aktuellen Trockenheit gelitten, so dass man die Pflanzen in manchen Regionen vermutlich nur noch unterpflügen könne. Alles in allem – so Holger Hanff von der Landesanstalt für Landwirtschaft in Teltow – stehe die Sonnenblume aber noch vergleichsweise gut da.

Zudem sind zur Zeit mit Ölsaaten gute Preise zu erzielen, so dass sich die Sonnenblume auch ökonomisch rechtfertigt. Hierzu trägt die im Vergleich zum Vorjahr um acht Prozent schlechtere Sojabohnenernte in den USA bei.

Aus den märkischen Sonnenblumen wird in erster Linie Öl gewonnen. Andere Märkte, wie der Verkauf der Kerne als Vogelfutter oder Backzutat, spielen nach Aussagen von Holger Hanff nur eine untergeordnete Rolle.

Als Speiseöl ist das Sonnenblumenöl mittlerweile beinahe zu schade, meint Manuela Specht von der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (Ufop). Denn eine der beiden in Deutschland angebauten Sonnenblumenarten, die sogenannte HO-Sonnenblume, enthalte zwischen 85 und 95 Prozent einfach ungesättigte Ölsäure.

Dieser Rohstoff ist in der chemischen Industrie sehr begehrt. Hieraus ergäben sich für die Landwirtschaft neue Perspektiven zur Produktion von nachwachsenden Rohstoffen. So zeige sich z.B. auch in der kosmetischen Industrie ein deutlicher Trend zu pflanzlichen Rohstoffen.

(Vgl. Meldung vom 2002-03-08.)

Source: Märkische Allgemeine vom 2003-07-26.

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