18 Juni 2013

Solarenergie aus Bio-Kunststoffen

Leobener Kunststofftechniker entwickeln nachhaltigen Lösungsweg in der Photovoltaik

Mehr denn je ist der verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen ein Thema, das alle betrifft. Die Nutzbarmachung der Sonnenenergie spielt dabei schon seit vielen Jahren eine große Rolle. Neueste Forschungen der Leobener Kunststofftechniker zielen nunmehr darauf ab, Biokunststoffe zur Solarenergienutzung zu verwenden und damit einen Beitrag zu einem durchgängig nachhaltigen Energiesystem zu leisten.

In einem internationalen Gutachterverfahren überzeugten der Lehrstuhl für Werkstoffkunde und Prüfung der Kunststoffe der Montanuniversität Leoben (WPK-MUL) und die Polymer Competence Center Leoben GmbH (PCCL) mit ihrem Konzept, die Verwendungsmöglichkeiten und das Potenzial biogener Kunststoffe, d.h. Kunststoffe welche auf nachwachsenden Rohstoffen basieren und/oder welche biologisch abbaubar sind, als Werkstoffe für die Solarenergienutzung auszuloten. Damit werden Impulse zur Erarbeitung völlig neuer, innovativer und besonders ökologischer und nachhaltiger Lösungswege auf Kunststoffbasis für Solarenergiesysteme der Zukunft sowie zur Erschließung neuer, innovativer Anwendungsfelder und Zielmärkte für die aufstrebende Biokunststoffbranche gesetzt, so Katharina Resch, die gemeinsam mit Gernot Oreski das Projekt initiiert hat.

Die angestrebten Projektergebnisse sollen die österreichische Technologieführerschaft in der Solartechnik um innovative werkstoffliche Aspekte erweitern und zur Initiierung zukunftsweisender und nachhaltiger industrieller Forschungsvorhaben in den Bereichen Photovoltaik und Solarthermie dienen. Das Projekt gliedert sich auch hervorragend in den gemeinsamen Forschungsschwerpunkt “Biokunststoffe” der beiden Projektpartner ein, der von Katharina Resch geleitet wird.

Die Leobener Kunststoffexperten forschen bereits seit Jahren in enger Kooperation mit Industrie und Wissenschaft an Einsatzmöglichkeiten von Kunststoffen in der Photovoltaik und der Solarthermie. Neben dem angeführten Projekt konnten in diesem Jahr bereits zwei weitere, hochdotierte Projekte in diesem Bereich ans Land gezogen werden, die sich mit verwandten werkstofflichen Fragestellungen beschäftigen. Für den Leiter von WPK-MUL Gerald Pinter und den PCCL-Geschäftsführer Martin Payer verdeutlichen diese neuartigen Ansätze das enorme Innovationspotential des Werkstoffs Kunststoff sowie der in den letzten Jahren an der Kunststofftechnik Leoben aufgebauten Kompetenz.

Alle drei Projekte werden aus Mitteln des Klima- und Energiefonds (www.klimafonds.gv.at)
gefördert und im Rahmen des Programms “e!mission” durchgeführt:

Bio4Sun – Biogene Kunststoffe für solartechnische Applikationen
Partner: Lehrstuhl für Werkstoffkunde und Prüfung der Kunststoffe der Montanuniversität Leoben, Polymer Competence Center Leoben GmbH
Zielsetzung: Evaluierung von Potenzial und die Einsatzmöglichkeiten biogener Kunststoffe als Werkstoffe für Systemkomponenten von Photovoltaik- und Solarthermieanlagen

EVAnetz – Inline Ethylen/Vinylacetat VernetzungsgradkontrolleinPhotovoltaik-Modulen
Partner: Polymer Competence Center Leoben GmbH, Carinthian Tech Research AG (CTR), KiotoPhotovoltaics sowie GP Solar GmbH
Zielesetzung: Konzeption und experimentelle Validierung einer zerstörungsfreien, inline-fähigen Analysenmethode zur Bestimmung des Vernetzungsgrades der elastomeren Ethylen/Vinylacetat-Einbettung in PV-Modulen um Effizienzsteigerungen und Kostensenkungen im Herstellungsprozess sowie Optimierungen der Produktqualität und Lebensdauer von PV-Modulen zu ermöglichen

StoreITup! – Neuartige thermische Speicher bis 300°C
Partner: Austrian Institute of Technology, Lehrstuhl für Werkstoffkunde und Prüfung der Kunststoffe der Montanuniversität Leoben
Zielsetzung: Entwicklung eines neuartigen thermischen Speicherkonzepts mit polymeren Werkstoffen

Source: Polymer Competence Center Leoben GmbH, Pressemitteilung, 2013-06-18.

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