1 April 2011

Sind “Biokunststoffe” in Biogasanlagen wirklich vollständig abbaubar?

Gemeinschaftsprojekt soll für Zertifizierungsverfahren nutzbare Testverfahren entwickeln

Noch sind konkrete Verfahren zum Nachweis der biologischen Abbaubarkeit von Werkstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen in Biogasanlagen am Markt nicht existent, werden jedoch verstärkt nachgefragt. So sucht die Industrie nach einer transparenten Möglichkeit der Zertifizierung und Kennzeichnung, aber auch die Verbraucherakzeptanz für diese regenerativen Produkte soll erhöht werden.

Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) fördert mit Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) deshalb seit dem 1.12.2010 ein Projekt der Bauhaus-Universität Weimar gemeinsam mit den Praxispartnern KNOTEN GmbH Weimar, JenaBiofert GmbH und SWE Stadtwirtschaft GmbH Erfurt. In dem Vorhaben sollen anaerobe Testverfahren für biologisch abbaubare Werkstoffe (BAW) entwickelt werden, die auch für Zertifizierungsverfahren nutzbar sind und auf dem Markt als Dienstleistung angeboten werden können. Es gilt, die prinzipielle Vergärbarkeit der BAW mittels gängiger Biogasverfahren zu zeigen und sicherzustellen.

Die energetische Verwertung von BAW im Anschluss an ihre stoffliche Nutzung trägt zu einer effizienteren Nutzung der Ressource Biomasse bei, es werden Anbauflächen und – beim Ersatz fossiler Energieträger – CO2-Emissionen eingespart. Die Vergärung in Biogasanlagen stärkt außerdem die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft und schließt über die Gewinnung und Verwertung der Gärreste Nährstoffkreisläufe. Vor allem aber erhoffen sich die Forscher von dem Nachweis- und Zertifizierungssystem Unterstützung bei der schnelleren Markteinführung von Biopolymerwerkstoffen, wovon nicht zuletzt ebenfalls die Landwirtschaft als Rohstofflieferant für die Industrie profitieren könnte.

Weitere Informationen zum Projekt “Anaerobe Testverfahren zur Zertifizierung von Biologisch Abbaubaren Werkstoffen” sind auf www.fnr.de im Menü Projekte & Förderung – Projekte – Suche unter dem Förderkennzeichen 22023209 erhältlich.

Source: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR), Pressemitteilung, 2011-04-01.

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