2 September 2002

Schweizer Bio-Baumwolle soll den Markt erobern

Marketingstrategien werden beim Umweltgipfel in Johannesburg präsentiert

Insgesamt 200 Mio. Menschen in 70 Entwicklungs- und Industrieländern werden weltweit durch die Baumwollindustrie beschäftigt – wobei die Produktions- und Verarbeitungsmethoden
in ökologischer und sozialer Hinsicht jedoch sehr bedenklich sind. Bioproduktion und fairer Handel sind in diesem Textilmarkt noch rare Begriffe.

Für die Initiative zur Förderung von Bio-Baumwolle wurden nun die Schweizer Unternehmen Remei und Coop beim Umweltgipfel in Johannesburg von der ICC (International Chamber of Commerce) für den Preis für nachhaltiges Wirtschaften nominiert. Die Zuger Baumwollgarnhandelsgesellschaft Remei hatte bereits 1991 das Bio-Baumwollprojekt in Maikaal ins Leben gerufen, mittlerweile in der Produktion weltweit führend. 1.200 Bauern bewirtschaften eine Fläche von über 3.000 Hektar mit einem Ertrag von 1.000 Tonnen Baumwolle jährlich.

Als international einer der ersten Abnehmer von Bio-Baumwolle hat Marktführer Coop 1995 mit seinem Label „Naturaline“ die Ökofaser populär gemacht und allein im letzten Jahr 1 Mio. Textilien aus organisch produzierter Baumwolle verkauft. Weitere Schweizer Unternehmen sahen sich in der Folge zu einer Neuorientierung veranlasst und unterzeichneten erst kürzlich eine gemeinsame Erklärung, um lückenlose Handelsketten zwischen Produzenten, Verarbeitern und Abnehmern zu fördern.

Wie die Bio-Baumwolle aus dem Nischenmarkt herausgebracht und zu einem Massenprodukt entwickelt werden kann, sollen nun entsprechende Strategien aufzeigen, die in Johannesburg von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) und dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) präsentiert werden.

(Vgl. Meldungen vom 2002-08-22 und 2002-08-26.)

Source: St. Galler Tagblatt vom 2002-08-29.

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