28 April 2008

Schweiz: Industrieholzbedarf während des Sommers

Die Mitglieder der Schweizer IG Industrieholz erwarten für die Sommermonate einen höheren Holzbedarf der Schweizer Papierindustrie und eventuell der Plattenindustrie sowie geringere Mengen für die Zellstoffproduktion. Probleme für die Versorgung könnte sich aus dem auf Grund der milden Witterung frühen Stopps der Holzernte ergeben.

Der Hersteller von Dämmstoffplatten Pavatex SA ist gut ausgelastet und der Absatz der Produkte ist erfreulich. Die Werke Cham und Freiburg sind gut mit Holz versorgt. Die Winterlager wurden umgeschlagen. Deshalb mussten vorübergehend die Holzbezüge etwas reduziert werden. Nun erfolgt die Abnahme wieder im normalen Rahmen. Die Holzpreise sind auf hohem Niveau stabil.

Durch die erfolgte Verlängerung des Trockners in Cham kann die Produktion gesteigert werden und es entsteht ein Mehrverbrauch (plus 40.0000 Ster gegenüber 2007). Für die energetische Nutzung der Produktionsabfälle wird eine Feuerung in Cham installiert. Zudem wird eine zweite kleine Produktionslinie gebaut (Inbetriebnahme 2009). Diese wird voraussichtlich 50.000 Ster Mehrbedarf bewirken. In Fribourg sollen die zwei Biomassekessel ersetzt werden.

In jüngster Zeit wurden über die Borregaard Schweiz AG wegen den Umweltproblemen zahlreiche Pressemitteilungen publiziert. Das kantonale Umweltamt hat die Einhaltung der Grenzwerte geprüft und mit dem Werk einen Zeitplan für die Verringerung der Schadstoffemissionen vereinbart. Bei den Hackschnitzeln ist noch ein hoher Wintervorrat vorhanden. Die Mehrmengen wurden wegen den erwarteten Produktionsdrosselungen in Süddeutschland auf Vorrat eingekauft. Diese Drosselungen sind jedoch nicht erfolgt. Von Juni bis August 2008 können keine Buchen geliefert werden. Im August werden Informationen über die Liefermengen 2009 bekannt gegeben.

Die Nachfrage nach Zeitungsdruck- und LWC-Papier (aufgebesserte Druckpapiere) ist gut, was auf die gute Konjunktur und die Kapazitätsstilllegungen der vergangenen Monate zurückzuführen ist. Besonders im Bereich LWC wird dieses Jahr von den europäischen Produzenten eine gute Auslastung erwartet. Das Ergebnis der Perlen Papier AG ist im internationalen Vergleich gut, jedoch durch Kursschwankungen stark beeinflusst. Im Durchschnitt stagnieren die Preise, aber die Kosten steigen. Bei der Papierfabrik Utzenstorf AG wurden 2007 die Budgetzahlen erreicht. Es wurden 200.000 Tonnen Papier produziert.

Das Ergebnis in Utzenstorf war gut, der Myllykoski-Konzern jedoch schrieb rote Zahlen. Der Holzverbrauch lag mit 104.000 Ster ca. 15% über dem Budget. Gegen Ende Jahr wurde die Versorgung wegen dem gestiegenen Verbrauch knapp und die Fehlmenge musste mit Holz aus dem Ausland gedeckt werden. Die Produktion 2008 lief im ersten Quartal auf Rekordhöhe: Im Januar wurde ein Allzeit-Rekord erreicht. Das Ergebnis wird aber durch die steigenden Rohstoff- und Energiepreise gedämpft und die Verkaufspreise sind weiter unter Druck. Der Holzbedarf 2008 wird höher als im Vorjahr ausfallen (Export von Schliff an Werk Albbruck). Die Versorgung mit Holz war im ersten Quartal sehr gut, es wird aber eine “Sommerdelle” erwartet. Deshalb wurde ein entsprechendes Sommerlager angelegt.

Source: IG Industrieholz, Fordaq Network, 2008-04-25.

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