22 August 2002

Schweiz: Große Handelsketten wollen gemeinsam Bio-Baumwolle fördern

Eine Tagung in Bern führte am vergangenen Dienstag diverse Schweizer Grossverteiler wie Coop, Migros, Claro AG, Brot für Alle, Switcher, WWF oder Max Havelaar zusammen. Die Zusammenkunft wurde von der Entwicklungsorganisation Helvetas mit Unterstützung vom Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) und der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) organisiert und hatte die Verabschiedung einer gemeinsamen Erklärung zur Förderung von Bio-Baumwolle zum Ziel.

Der konventionelle Anbau von Baumwolle wie auch ihre Verarbeitung sind enorm umwelt- und gesundheitsschädigend, außerdem werden hierdurch kleinbäuerliche Baumwoll-Produzenten in die Verarmung gedrängt, darum soll der ökologische Baumwoll-Anbau zunehmend gefördert werden. Die unterzeichnenden Firmen planen, den Markanteil von Bio-Baumwolle in der Schweiz durch entsprechende Kampagnen und Informationsveranstaltungen zu steigern.

Über 20 Mio. Tonnen Bauwolle wurden in 2001 produziert. Laut einer Studie der Uni Augsburg erfordert der konventionelle Anbau dieser Naturfaser aber mehr Pestizideinsatz als bei alle anderen Nutzpflanzen. Ca. 25 Prozent aller weltweit ausgebrachten Insektizide landen auf Baumwollfeldern, was typischerweise Hauterkrankungen bei den Pflückern und eine enorme Trinkwasserbelastung zur Folge hat.

Die Studie belegt weiterhin, dass der Anbau von Bio-Baumwolle, wie ihn Helvetas und andere Entwicklungsorganisationen fördern wollen, den Boden bei geringem Pestizideinsatz weniger auslaugt und somit durch eine erhöhte Fruchtbarkeit die Erträge steigert. Die Umwelt- und Gesundheitsbelastung entfallen. Als problematisch kann hier allerdings angesehen werden, dass Einkauf und Verarbeitung von Bio-Baumwolle wesentlich teurer ausfallen als bei konventioneller Baumwolle.

Zum Uno-Umweltgipfel in Johannesburg am 26. August will die Schweiz die Erklärung zur Förderung von Bio-Baumwolle als eine ihrer konkreten Massnahmen zur nachhaltigen Entwicklung präsentieren.

(Vgl. Meldungen vom 2002-01-14 und 2002-06-03.)

Source: Der Bund vom 2002-08-20.

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