24 Mai 2011

Schulterschluss der Industrien

BMBF will Innovationsprozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette in der weißen Biotechnologie beschleunigen

Unter dem Motto “Schulterschluss der Industrien” fand am 19. und 20.05.2011 in Ermatingen am Bodensee das 5. Arbeitstreffen des Industrieverbunds Weiße Biotechnologie (IWBio) statt. Das Treffen stand ganz im Zeichen der Ausschreibung “Innovationsinitiative Industrielle Biotechnologie” des BMBF vom 29.04.2011. Darin wurde die Absicht des BMBF verlautbart, durch Förderung unternehmerisch geführter Forschungs- und Entwicklungsallianzen Innovationsprozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette in der weißen bzw. industriellen Biotechnologie zu beschleunigen.

Der IWBio unterstützt diese Vorhaben mit Nachdruck und hat seine Mitgliedsunternehmen aufgefordert, den Innovationsprozess aktiv zu strukturieren. Im Verlauf des Arbeitstreffens wurden bereits fünf Innovationsallianzen unter Führung bzw. Beteiligung von IWBio-Mitglieds-unternehmen vorgestellt. Dabei agiert der IWBio als Kristallisationskeim, da auch viele Unternehmen, welche nicht im IWBio organisiert sind, in den verschiedenen Innovationsallianzen aktiv mitwirken. Insgesamt sind in den fünf Innovationsallianzen über 35 Unternehmen engagiert. Die Allianzen planen mit einem Projektvolumen von 182 Millionen Euro.

Am 10.11.2010 veröffentlichte die Bundesregierung eine “Nationale Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030″, in welcher das Bundeskabinett ressort-übergreifend aus vier Ministerien insgesamt 2.4 Mrd. Euro für die Förderung und den Ausbau einer nachhaltigen, bio-basierten Wirtschaft bereitstellen wird.

Mit der Ausschreibung “Innovationsinitiative Industrielle Biotechnologie” verlautbarte das BMBF, dass es in den nächsten fünf Jahren 100 Millionen Euro für Innovationsallianzen einsetzen will. Dabei steht die Biologisierung von Industrien mit der Bereitstellung von innovativen Produkten und Systemlösungen sowie die Etablierung von nachhaltigen Prozessen im Zentrum des Interesses des BMBF.

Durch den Zusammenschluss und die koordinierte Zusammenarbeit aller am Wertschöpfungsprozess beteiligten Innovatoren innerhalb einer Innovationsallianz sollen Innovationsprozesse in der industriellen Biotechnologie initiiert und beschleunigt werden. Unter Nutzung von Synergien durch abgestimmte Verwertungs- und Arbeitsziele in gemeinsamen im vorwettbewerblichen Umfeld angesiedelten Forschungs-vorhaben ist es das Ziel der in Innovationsallianzen assoziierten Unternehmen, Entwicklungsprozesse zu verkürzen, innovative Produkte und Produktideen in Richtung Zukunftsmärkte zu entwickeln und neue Technologien gemeinsam auszubauen.

Am 25.05.2011 werden auf den Biotechnologietagen 2011 in München anlässlich des Symposiums “Weiße Biotechnologie und Bio-Industrie 2021: Strukturwandel im Lande und international vorbildliche Cluster?” erste Eckdaten zu den fünf Allianzen kommuniziert und dem BMBF zum 01.06.2011 durch die Koordinatoren in Form von Interessensbekundungen zugesandt.

Weitere Innovationsallianzen unter Beteiligung bzw. Koordination von Mitgliedsunternehmen des IWBio sind in Vorbereitung und werden voraussichtlich zum 01.06.2012 in Form von Interessensbekundungen dem BMBF zur Kenntnis gebracht.

Über den IWBio
Ende 2006 haben sich namhafte deutsche Industrieunternehmen der Chemie, Pharma- und Ernährungsbranche und führende Technologieunternehmen im Industrieverbund Mikrobielle Genomforschung (IMG) zusammengeschlossen. Anfang 2010 erfolgte die Namensänderung zum Industrieverbund Weiße Biotechnologie (IWBio).

Die ersten Aktivitäten zur Gründung des Industrieverbundes Mikrobielle Genomforschung (IMG) gehen auf eine im Juli 2005 gestartete Initiative biotechnologisch ausgerichteter Unternehmen der Chemie-, Agro-, Nahrungs und Konsumgüterindustrie zurück, um den spezifischen Interessen der Industrie zu diesem Themenfeld ein stärkeres Gewicht zu geben. Bereits 2006 gelang es, eigene industriegeführte Verbundprojekte mit industriellen und akademischen Partnern als Förderprojekte beim BMBF einzureichen. Ziel war die Erweiterung des akademischen GenoMik Netzwerks um eine zweite, industriegetragene Säule.

Die Eintragung in das Vereinsregister erfolgte als Industrieverbund Mikrobielle Genomforschung e.V. mit elf Gründungsmitgliedern im März 2007. Die Gründung erfolgte durch die Unternehmen Agowa (heute LGC Genomics), Bayer CropScience, Biopract (heute DSM Biopract), BRAIN, Degussa (heute Evonik Degussa), Evocatal, GATC, Henkel, Milupa, Südzucker und Wacker. Mittlerweile ist es dem Verbund gelungen, die Zahl der Mitgliedsunternehmen auf nunmehr 21 zu erweitern. Die Mitgliedsunternehmen vertreten gemeinschaftlich anwendungsbezogene Forschung gegenüber Politik und Förderinstitutionen. In einer Vielzahl gemeinsamer Forschungsvorhaben nutzen die Mitgliedsunternehmen im vorwettbewerblichen Forschungsbereich ihr Synergiepotential.

Source: IWBio, Pressemitteilung, 2011-05-24.

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